Alok Sharma, Präsident der COP26, sitzt bei der UN-Klimakonferenz COP26 vor Sitzungsbeginn auf der Bühne.

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UN-Weltklimakonferenz fordert Staaten zu Kohle-Ausstieg auf

Die UN-Klimakonferenz in Glasgow hat die Staaten der Welt erstmals konkret dazu aufgefordert, den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten.

Glasgow – Die Staaten sollen weltweit den Kohle-Ausstieg einleiten. Diese Aufforderung wurde erstmals auf einer UN-Klimakonferenz verkündet. Die am Samstag von rund 200 Staaten gebilligte Erklärung sieht zudem vor, „ineffiziente“ Subventionen für Öl, Gas und Kohle zu streichen.

Einigung bei Weltklimakonferenz: China greift in letzter Minute ein – Politiker kämpft mit Tränen

Allerdings überwog bei einigen Politikern wohl die Enttäuschung, denn: Die Formulierung in der Erklärung war in letzter Minute noch einmal abgeschwächt worden – auf Druck von China und Indien, wie Welt berichtet.

EU-Kommissar Frans Timmermans wertete die Forderung nach dem Kohleausstieg zwar als „historisch“, zeigte aber auch seine große Enttäuschung über die Änderung in letzter Minute. Ähnlich erging es demnach auch Alok Sharma, dem britischen Präsidenten der Konferenz. Er musste seine Rede auf der Bühne unterbrechen und kämpfte mit den Tränen.

Ich bitte um Verzeihung für die Art, wie das gelaufen ist. Und es tut mir sehr leid“, sagte der Gastgeber. Er fügte an: „Es ist auch von elementarer Bedeutung, dass wir dieses Paket schützen.“ Darauf versagte ihm die Stimme und er senkte den Blick. Die Delegierten halfen ihm mit langem Applaus über den emotionalen Moment hinweg.

Die Welt zitiert zudem die Reaktion aus Mexiko auf die Erklärung wie folgt: „Wir wurden durch ein nicht-transparentes Verfahren ins Abseits gedrängt.“ Und auch UN-Generalsekretär zeigte sich ernüchtert über das Ergebnis: „Es ist ein wichtiger Schritt, aber es ist nicht genug. Es ist Zeit, in den Notfallmodus zu gehen“, schrieb Guterres nach der Einigung der Delegierten auf die Abschlusserklärung am Samstagabend auf Twitter.

Abschluss-Erklärung der Weltklimakonferenz: Mehr Hilfen für ärmere Staaten

In der Abschluss-Erklärung der Weltklimakonferenz verpflichteten sich die knapp 200 Staaten noch einmal, die Erderwärmung bei 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu stoppen. Deshalb sollen die Staaten nun bis Ende 2022 ihre Klimaschutzpläne nachjustieren. Allerdings ist dies nach der Einigung keine Pflicht, sondern bleibt freiwillig.

Zudem werden weitere Finanzhilfen für ärmere Staaten zugesagt. So sollen diese sich an schlimme Folgen der Klimaveränderungen, wie Dürren oder Überschwemmungen, anpassen können. Bis 2025 sollen die Hilfen von 20 auf 40 Milliarden US-Dollar verdoppelt werden. (rjs/dpa)

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