Medizin-Nobelpreis an zwei Molekularbiologen

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„Umwerfende Entdeckung“ – Wie wir Temperaturen fühlen

Die Medizin-Nobelpreisträger haben uns nähergebracht, wie wir Schmerzen, Berührungen und Temperaturen wahrnehmen. Damit hat der diesjährige Preis auch etwas mit der Corona-Pandemie zu tun.

Stockholm – Die Forschung der Nobelpreisträger in Physiologie oder Medizin dreht sich in diesem Jahr um Chilischoten, das Gefühl für Wärme und Kälte sowie Sensoren in den Nervenenden der Haut.

Warum diese wissenschaftlichen Durchbrüche so wichtig für die Menschheit sind, erklärt der Neurowissenschaftler Abdel El Manira vom für den Preis zuständigen Karolinska-Institut in Stockholm im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Abdel El Manira ist Professor für Neurowissenschaft am Stockholmer Karolinska-Institut. Er ist Mitglied der Nobelversammlung des Instituts, das alljährlich die Preisträger in der Nobelpreis-Kategorie Physiologie oder Medizin kürt.

Abdel El

Frage: Der diesjährige Preis ist eher ein Physiologie- als ein Medizin-Nobelpreis. Wovon handelt der große Durchbruch der beiden diesjährigen Nobelpreisträger David Julius und Ardem Patapoutian?

Antwort: Nun, dass wir die Temperatur unserer Umgebung, unsere Position im Raum und auch unsere Interaktion mit der Außenwelt spüren, ist sehr wichtig für unser Überleben. Und diese Preisträger haben die Rezeptoren entdeckt, die Sensoren, mit denen wir Temperaturen empfinden. Wir spüren die Außentemperatur und auch die Berührung und die Bewegung unserer Körperteile. Diese Sensoren sind sehr wesentlich für unser physiologisches Wohlbefinden und Funktionieren.

Frage: Julius und Patapoutian wurden bereits vor einiger Zeit als mögliche Preisträger gehandelt. Warum ist es in diesem Jahr Zeit für diese beiden Ausnahmeforscher?

Antwort: Wir können da nicht ins Detail gehen, aber das ist eine absolut umwerfende Entdeckung, zu wissen, was uns sagt, dass es einen Temperaturwechsel gibt, dass es kalt draußen ist oder heiß. Und wie das in elektrische Aktivität umgewandelt wird, in Nervenimpulse, die an das Gehirn gesendet werden, um uns die Außenwelt bewusst zu machen und darauf zu reagieren. Ohne diese Reaktionen wären wir deutlich schlechter dran und könnten uns selbst schaden. Darüber hinaus gibt uns der Tastsinn dieses Gefühl der Nähe: Wenn wir etwa jemanden umarmen oder die Hand von jemandem schütteln, dann sind diese Rezeptoren ständig aktiv, um uns dieses Gefühl zu geben.

Frage: Händeschütteln ist ein gutes Stichwort, denn davon gab es pandemiebedingt in den vergangenen anderthalb Jahren nur wenig. Viele haben wegen der Corona-Pandemie vermutet, dass der Nobelpreis dieses Jahr an damit zusammenhängende Forschungsdurchbrüche geht, etwas an die Entwickler der Corona-Impfstoffe. War es dafür noch zu früh?

Antwort: Diese Frage hat angesichts der Pandemie ihre Relevanz. Was wir (während der Pandemie) getan haben: Wir haben weniger dieser Rezeptoren aktiviert, indem wir Social Distancing betrieben haben. Die Leute haben sich nach dem Händeschütteln und den Umarmungen von ihren Kindern oder Enkeln gesehnt, sie haben es vermisst. Auf diese Weise wissen Menschen, dass es diese TRPV1-Rezeptoren oder TRP-Kanäle sind, die aktiviert sind, wenn sie eine warme Umarmung wahrnehmen, und dass es die Piezo-Kanäle sind, die aktiviert sind, wenn sie Nähe und menschliche Interaktion spüren. Das war also auch während der Pandemie relevant – weil wir sie viel seltener aktiviert haben als normal. dpa

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