Ein B52-Bomber im Einsatz über Syrien. (Archivbild)

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Syrien: Luftschläge des US-Militärs sollen über 60 Frauen und Kinder getötet haben

  • VonLukas Zigo
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Die US-Luftwaffe soll bei Luftschlägen in Syrien weitaus mehr Unschuldige getötet haben als bislang angegeben.

Washington D.C. – Der Bürgerkrieg in Syrien gehört bereits jetzt zu den größten Tragödien der neueren Zeit. Rund 500.000 Menschen haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen ihr Leben verloren. Millionen Menschen sind aufgrund der Auseinandersetzung zwischen Regierungstruppen, dem US-Militär und radikalislamischen Kräften auf der Flucht. Nun erhebt die New York Times in einem Bericht schwere Vorwürfe gegen die Luftwaffe der USA. Die Zahl ziviler Todesopfer liegt laut der Zeitung weitaus höher als bislang bestätigt – und wurde zudem vertuscht.

Die US-Armee hat den Medienbericht der New York Times über die angebliche Vertuschung ziviler Opfer durch Luftangriffe in Syrien bereits zurückgewiesen. Das Zentralkommando der US-Streitkräfte gab am Sonntag (14.11.2021) bekannt, der fragliche Einsatz von Luftangriffen gegen die Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in 2019 sei „angemessen“ gewesen. Es seien „geeignete Schritte unternommen worden, um die Anwesenheit von Zivilisten auszuschließen“.

Syrien: USA spielt laut Medienbericht die Zahl ziviler Todesopfer herunter

Wie die New York Times am Samstag in einer Recherche berichtete, hatten US-Streitkräfte drei Bomben in der Nähe der Stadt Baghus abgeworfen. 70 Menschen seien dabei ums Leben gekommen, darunter viele Frauen und Kinder. Insgesamt habe es im Krieg gegen den IS demnach nur wenige Vorfälle mit mehr zivilen Opfern gegeben – und dennoch habe das US-Militär den Vorfall nie öffentlich eingeräumt.

In dem Bericht der New York Times heißt es: „Die Zahl der Todesopfer wurde heruntergespielt. Untersuchungsberichte wurden verzögert, geschönt und geheim gehalten. Von den Vereinigten Staaten geführte Koalitionstruppen haben den Explosionsort mit Bulldozern platt gemacht. Und führende Politiker wurden nicht informiert.“

In einer ausführlichen Stellungnahme reagierte nun das Zentralkommando der USA auf den Bericht: Nach ersten Meldungen über zivile Opfer sei damals eine Untersuchung eingeleitet worden. Diese kam zu dem Schluss, dass neben 16 IS-Kämpfern mindestens vier Zivilisten getötet und acht verwundet worden seien. „Wir übernehmen die volle Verantwortung für den unbeabsichtigten Verlust von Menschenleben“, sagte ein Sprecher.

Syrien: US-Untersuchung kommt zu anderem Schluss – Frauen und Kinder nicht als Zivilisten eingestuft

Der Sprecher fügte jedoch hinzu, dass die Untersuchung damals „den Status von mehr als 60 weiteren Opfern“ nicht abschließend habe feststellen können. Offenbar hätten einige Frauen und Kinder, „ob durch Indoktrination oder aus freien Stücken, beschlossen, in diesem Kampf zu den Waffen zu greifen“ – und seien deshalb nicht als Zivilisten eingestuft worden.

Die Stadt Baghus war die letzte große Bastion des IS in Syrien. Im März 2019 wurde die Stadt von den kurdisch geführten Syrischen demokratischen Kräfte (SDF) mit US-Unterstützung eingenommen. (Lukas Zigo/dpa)

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