Flanieren über die Zeil.

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Shoppen auf der Zeil: Besser als Wiesbaden


  • Oliver Teutsch

    VonOliver Teutsch
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Der Leerstand wird zwar wahrgenommen, aber die Vielfalt der Frankfurter Einkaufsstraße wird von den Menschen geschätzt.

Die Familie aus Oestrich-Winkel ruht sich gerade ein bisschen am Brockhausbrunnen aus, als sie mit der Frage nach der Einkaufsqualität auf der Zeil konfrontiert wird. Der Vater ist zufrieden und präsentiert seine neue Polaruhr, die er gerade in einem Laufshop gekauft hat. „In Wiesbaden gibt es keine Sportgeschäfte mehr“, lautet seine Begründung für den Besuch aus dem Rheingau. Die Tochter ergänzt, dass es in Frankfurt Modegeschäfte gebe, die Wiesbaden nicht habe.

Ähnlich positiv sieht es das Ehepaar Labod aus Groß-Umstadt. Er hat ein paar Hosen gekauft. Den Leerstand habe er wohl bemerkt, sagt Herr Labod, aber „in Aschaffenburg ist es noch schlimmer“. Frau Labod ist der Leerstand gar nicht aufgefallen, sie empfindet den Besuch in Frankfurt als lohnenswert. Nur die Menschen auf Fahrrädern auf der Zeil störten sie etwas.

Milena und Torben aus Büdingen stören die Fahrräder nicht. Das junge Paar ist ja auch angereist, „um unter Menschen zu kommen“, wie Torben sagt. Dem Shoppen im Internet können sie gar nicht so viel abgewinnen. „Da muss man ja immer ungefähr wissen, was man sucht“, erläutert Torben. Er ist durch ein großes Elektrofachgeschäft an der Konstablerwache gebummelt und hat eine Handyhalterung für sein Auto entdeckt und gekauft.

Einheimische zu treffen ist an einem Samstagnachmittag auf der Zeil gar nicht so einfach. Oft sagen vor allem junge Menschen: „In English please“. Am Liebfrauenberg ist aber doch ein Frankfurter Pärchen unterwegs Richtung Kleinmarkthalle. Sie haben vor dem langen Bauzaun an der Ecke Bleidenstraße kurz angehalten und die Animationen eines Projektentwicklers begutachtet. „Vielleicht kommt da ja was Schickes hin mit Penthouse oder so“, sagt er auf die Frage, was er sich dort wünschen würde. Auf die Idee, sich ein Fachgeschäft zu wünschen, kommt er gar nicht.

Ausgerechnet ein mit großen Tüten bepacktes Frauentrio aus Dieburg stellt der Frankfurter Einkaufsstraße ein schlechtes Zeugnis aus. Eigentlich machten sie „einen Mädelsausflug“, sagt eine von ihnen. Die Einkaufstüten seien „nur Zufall“, da ein Laden auf der Zeil den letzten großen Ausverkauf habe. „Hosen für vier Euro“, ergänzt eine. Aber die andere verrät, dass sie früher häufiger zum Einkaufen nach Frankfurt gekommen sei. „Ich mag eher die kleinen Läden, die gibt es hier ja gar nicht mehr, da muss man schon auf die Schweizer Straße oder so.“ ote

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