Hilime Arslaner-Gölbasi (Grüne) ist eine strenge Stadtverordnetenvorsteherin.

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Römerbriefe: Psssst!


  • Sandra Busch

    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert

    Georg Leppert
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Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner-Gölbasi verschafft sich Respekt – und zwar rigoros. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Kannst du mir mal die Telefonnummer …

Busch: Leiser!

Leppert: Von Sylvia Weber …

Busch: Leiser! Viel leiser! Wenn du im Plenarsaal so laut bist, bekommen wir riesigen Ärger.

Leise zu sprechen, will gelernt sein, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Und wir üben das gerade. Weil nämlich: Am heutigen Donnerstag treffen sich die 93 Frankfurter Stadtverordneten wieder zur Plenarsitzung. Und wenn wir auf der Pressetribüne zu laut sind, kann das übel für uns enden.

Hilime Arslaner-Gölbasi, die im Mai zur Stadtverordnetenvorsteherin gewählt wurde, greift nämlich hart durch. Die Politikerin der Grünen mag es überhaupt nicht, wenn in ihrem Plenarsaal geschwätzt wird. Stadtverordnete, die besonders laut sind, spricht sie über Mikrofon direkt an. Und zwar namentlich, was extrem peinlich ist, denn den Rüffel hören dann ja nicht nur die Menschen im Saal, sondern auch die etwa 125 000 Frankfurterinnen und Frankfurter, die die Sitzung per Audiostream im Internet verfolgen.

Auch der Oberbürgermeister bekam schon was zu hören von der strengen Stadtverordnetenvorsteherin. Und in der letzten Plenarsitzung vor den Herbstferien erwischte es die Fraktion von Ökolinx-ELF. „Es ist wie in der Schule“, sagte Arslaner-Gölbasi, „wenn es etwas zu lachen gibt, lachen Sie doch hier vorne.“ Ökolinx-ELF hat dann gar nicht mehr gelacht, aber irgendwie war es nicht verwunderlich, dass die Gruppe um Fraktionsvorsitzende Jutta Ditfurth den Anpfiff kassierte. Ditfurth hatte nämlich einige Wochen zuvor Arslaner-Gölbasi ziemlich deutlich darauf hingewiesen, dass Zwischenrufe ein parlamentarisches Mittel seien, von dem sie auch in Zukunft Gebrauch machen werde. Die Stadtverordnetenvorsteherin schien nicht wirklich überzeugt.

Wie auch immer. Wir warten mit Spannung auf die heutige Sitzung und gehen davon aus, dass Arslaner-Gölbasi folgenden Strafenkatalog für Störerinnen und Störer präsentieren wird:

Stufe 1: Wer zwei laute Zwischenrufe von sich gibt, muss den Rest der Sitzung auf einem Platz neben der AfD-Fraktion sitzen. Das würde noch ein weiteres Problem lösen. CDU und FDP streiten immer noch darüber, wer auf die Plätze in der Nähe des rechten Randes muss. Am besten: einfach zehn Plätze neben der AfD als eine Art Strafbank freihalten.

Stufe 2: Wer mehrmals laut schwätzt, den oder die schickt Arslaner-Gölbasi zum Gassigehen mit den Hunden von Sicherheitsdezernentin Annette Rinn und Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst. Eine Rückkehr in den Plenarsaal ist erst erlaubt, wenn die Tiere ihr Geschäft verrichtet haben. Da beide Hunde die FDP wählen, lehnen sie Leine und Maulkorb selbstverständlich ab und tragen selbst bei einer Inzidenz von 1000 keine Maske.

Stufe 3: Stadtverordnete, die im Plenarsaal einen Cheeseburger vom Imbiss vertilgen, kriegen die Höchststrafe. Sie müssen den Antrag von Nico Wehnemann (Die Partei) so umschreiben, dass das hehre Ziel erhalten bleibt (kostenlose Hygieneartikel an Schulen) und auch noch etwas Satire darin auftaucht, aber kein einziger sexistischer Satz. Zum Ende der Sitzung ist der neue Antrag vorzulesen. Misslingt die Übung, dürfen alle anderen Stadtverordneten direkt den Saal verlassen.

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