Raketentest in Nordkorea

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Nordkorea feuert wieder Rakete ab – USA reagieren empört


  • Julian Dorn

    VonJulian Dorn
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Trotz UN-Resolutionen hat Nordkorea offenbar wieder eine Rakete abgeschossen. Die US-Regierung reagiert harsch. Pjöngjang spricht dagegen von „legitimer Verteidigung“.

Seoul – Kim Yo Jong, Schwester des Diktators Kim Jong Un, hat zwar einen Dialog mit Südkorea angekündigt, dennoch setzt das nordkoreanische Regime offenbar seine Raketentests fort. Nordkorea hat am Dienstag (28.09.2021) wohl eine weitere Kurzstreckenrakete abgeschossen.

Die Armee habe ein ballistisches Geschoss ins Meer vor der nordkoreanischen Ostküste abgefeuert, teilte das südkoreanische Militär mit. Ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe sich anscheinend um eine „ballistische Rakete“ gehandelt. Die USA verurteilten den Raketenabschuss.

Bei der UN-Generaldebatte beharrte der nordkoreanische Gesandte auf das Recht seines Landes, Waffentests vorzunehmen. „Niemand kann uns das Recht auf legitime Verteidigung verweigern“, sagte der UN-Botschafter Kim Song in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung. Nordkorea baue seine Verteidigungsfähigkeiten aus, „um die Sicherheit und den Frieden des Landes zuverlässig zu gewährleisten“.

Neuer Raketentest in Nordkorea: USA werfen Pjöngjang vor, UN-Resolutionen missachtet zu haben

Die USA warfen Nordkorea eine „Bedrohung“ seiner Nachbarstaaten und der internationalen Gemeinschaft vor. Mit dem Abschuss der Rakete habe Pjöngjang gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen, erklärte das US-Außenministerium.

Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Pjöngjang hatte in diesem Monat bereits zwei Raketentests vorgenommen und dabei einen neuen Marschflugkörper mit großer Reichweite sowie ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert.

Konflikt zwischen Nord- und Südkorea: Kim Jong Uns Schwester hält Gipfeltreffen für möglich

Der jüngste Test erfolgte wenige Tage nachdem die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un ein interkoreanisches Gipfeltreffen für möglich erklärt hatte. Voraussetzung dafür seien „Respekt“ und „Unvoreingenommenheit“, betonte Kim Yo Jong am Samstag (25.09.2021). Sie brachte auch Gespräche über ein Ende des Kriegszustands ins Spiel. Am Freitag hatte sie die Regierung in Seoul aufgefordert, ihre „feindliche Politik“ gegenüber Nordkorea einzustellen.

Nach dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 war lediglich ein Waffenstillstand geschlossen worden, so dass sich die beiden Staaten offiziell noch immer im Kriegszustand befinden. Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte in den vergangenen Tagen seine Forderung bekräftigt, den Kriegszustand aufzuheben. Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea waren weitgehend zum Erliegen gekommen, seit ein Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Hanoi scheiterte.

Zwischen Nord- und Südkorea herrscht wieder Funkstille

Beide Länder hatten im Juli nach langer Funkstille ihre offiziellen Kommunikationsverbindungen zwar wieder geöffnet. Allerdings beantwortete Nordkorea die Anrufe Südkoreas aus Protest gegen gemeinsame Militärübungen Südkoreas mit den USA im August nicht mehr. Davor drohte die Schwester des nordkoreanischen Machthabers, Nordkorea werde seine Fähigkeiten für mächtige Präventivschläge ausbauen.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über dessen Atomprogramm kommen seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. (judo/AFP/dpa)

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