So bunt wie dieser Mischwald sieht das Ergebnis von Aufforstung häufig nicht aus.

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NGO kritisiert: Staaten und Unternehmen betreiben“Greenwashing“ mit Bäumepflanzen

Um auf diese Weise das Netto-Null-Ziel für den Klimaschutz zu erreichen, gebe es nicht genügend Land auf der Erde.

Immer mehr Staaten und Unternehmen verpflichten sich zu Nullzielen bei den Emissionen, wollen dazu aber massiv sogenannte Offset-Lösungen nutzen. Das sei nicht nur Greenwashing – die Folgen dieser Strategie könnten das Klima weiter anheizen, warnten Umweltaktivist:innen am Montag auf dem Weltklimagipfel.

Dort purzeln nur so die Verpflichtungen, mit denen sich Staaten und Unternehmen zu Null-Emissionen verpflichten. Man müsse verstehen, dass „Null-Emissionen“ eben nicht „Null“ bedeuten, sagte Teresa Anderson von der NGO Action Aid International. Der Grund: Die jetzigen Null-Emissionsziele beruhen allesamt darauf, dass Staaten künftig sogenannte Offset-Recht nutzen, Emissionsrechte also, die gewissermaßen künstlich geschaffen werden, derzeit vor allem durch Aufforstungsprojekte. Die dort wachsende Biomasse bindet CO2, das dann als Emissionsrecht verkauft werden kann und den Käufern dient, ihre Pflichten zu erfüllen.

Klimakonferenz in Glasgow: Australien plädiert für CO2-Offsets

Im Pariser Klimavertrag soll das vor allem im Artikel 6 geregelt werden, geplant ist aber auch ein privatwirtschaftlicher Offset-Markt. Mit diesen planten die meisten Staaten und Firmen, sagte die Klimaexpertin. Für sie ist das eindeutige „Greenwashing“. Es regiere der Glaube, man brauche den Planeten nur ergrünen zu lassen und könne so das Klima retten. Doch zum Aufforsten werden riesige Flächen benötigt. So plane der Shell-Konzern für sein Ziel, im Jahr 2050 die Null-Emissionsbilanz zu erreichen, Offsets zu nutzen, zu deren „Erzeugung“ Bäume auf der dreifachen Fläche der Niederlande benötigen.

Um auf die Weise das Null-Ziel zu verwirklichen, gebe es einfach nicht genug Land auf der Erde, betont Anderson. Offsetting mit Bäumen könne aus Emissionssicht höchstens die laufende Abholzung der Wälder ersetzen. Kritik gab es auch an Australien. Das Land will sein Null-Emissionsziel zu einem Fünftel mithilfe von Offsets erfüllen – und vertritt in Glasgow im Rahmen der entsprechenden Artikel-6-Verhandlungen den Standpunkt, dies sei kompatibel mit dem 1,5-Grad-Ziel. Weitere Expert:innen wiesen darauf hin, dass der künftig entstehende riesige Offset-Markt nicht nur ein großes Loch in die globale CO2-Bilanz reiße, sondern wegen des Landbedarfs auch intakte Ökosysteme zerstöre.

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