Endgültiger Standort für das Gymnasium Süd: das ehemalige Stadtschulamt.

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Neues Frankfurter Gymnasium Süd eröffnet in Sachsenhausen


  • Sandra Busch

    VonSandra Busch
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Im Sommer eröffnet das Gymnasium Süd – nun ist bekannt, wie sein Profil aussieht und wo es einziehen wird. Für zwei Jahre. Dann muss es noch einmal umziehen.

Das Gymnasium Süd soll im Sommer in Frankfurt eröffnen – und ist nun keine Blackbox mehr für Viertklässlerfamilien, die in diesen Wochen vor der Wahl einer weiterführenden Schule stehen. Denn seit Freitag ist klar, wo es einziehen wird und wie sein Profil aussieht: Das Gymnasium wird in Sachsenhausen gegründet und legt seine Schwerpunkte auf Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und Bilingualität. Auch soll es inklusiv arbeiten.

Wie inzwischen in Frankfurt bei neuen Schulen üblich, wird das Gymnasium nicht gleich an seinem endgültigen Standort eröffnen, sondern in ein Übergangsquartier ziehen. Es soll zunächst zwei Jahre lang in den Räumen der ehemaligen Wallschule nahe des Schweizer Platzes untergebracht werden, danach ins frühere Gebäude des Stadtschulamtes an der Seehofstraße ziehen.

Das Übergangsquartier Wallschule steht derzeit leer, die Förderschule war geschlossen worden. Eigentlich soll die Textorschule dort eine Außenstelle erhalten, „aber die Zahl der Grundschulkinder im Bezirk stagniert“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Freitag. Es seien daher noch zwei Jahre Zeit, um diesen Plan umzusetzen. „Wir nutzen die Gelegenheit, interimsmäßig das Gymnasium unterzubringen.“ Allerdings reichen die Räume nur fürs erste Jahr. Im zweiten müssen Container aufgestellt werden. Während der zwei Jahre Übergangszeit in der Wallschule soll das Gebäude an der Seehofstraße als endgültiger Schulstandort hergerichtet werden. Im Februar zieht das Amt für Bau und Immobilien dort aus, ab März steht das Gebäude leer. Der Mietvertrag laufe noch zehn Jahre und könne verlängert werden, sagte Weber. Das Gelände sei sehr groß, „dort bekommen wir mehr als eine Schule unter“. Das Gymnasium Süd sei daher der „Startschuss für einen Bildungscampus“. Auch für Sporthallen sei Platz. Einst war das Gebäude sogar mal eine Schule, „es ist also ein Rückbau“, sagte Weber. „Aber natürlich soll es besser und schöner werden als damals.“

Die neue Schule ist das vierte Gymnasium für Sachsenhausen. Es hatte Diskussionen darum gegeben, ob der Frankfurter Süden nicht zunächst eine Gesamtschule bräuchte. Doch die anderen drei Gymnasien würden sehr gut von den Eltern angewählt und müssten Schüler:innen abweisen, so Weber. Auch steige die Übergangsquote ins Gymnasium in Frankfurt wieder an, nachdem sie eine Zeitlang zurückgegangen war.

In diesem Schuljahr wechselten 54,8 Prozent der Viertklässler:innen aufs Gymnasium. „Der höchste Wert, den es bisher gab.“ So hatten in diesem Schuljahr die Gymnasien zwölf Klassen über ihre Kapazität aufmachen müssen. „Prognostiziert für dieses Jahr sind 18 Klassen mehr“, sagte Weber.

Die alte Wallschule soll Interimsstandort für das Gymnasium werden.

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Die alte Wallschule soll Interimsstandort für das Gymnasium werden.

Das Gymnasium Süd sollte nach Schulentwicklungsplan erst im nächsten Jahr eröffnen, es wurde vorgezogen. Eine neue integrierte Gesamtschule will Weber ebenfalls im Süden ansiedeln. „Der Bedarf ist hoch“, sagte sie. Möglicherweise könnte die Schule zumindest interimsweise auf den neuen Campus ziehen.

Das Gymnasium Süd hat nun nicht nur einen Standort, sondern auch ein Profil. Das entwickelt seit Oktober eine Planungsgruppe. Aber, darauf wies Evelin Spyra, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, am Freitag hin: „Sie legt nur ein grundsätzliches Profil fest, Schulentwicklung ist ein Prozess, der dann in der Schule stattfindet.“

Ein Schwerpunkt der Schule soll Mint sein, Informatik dabei einen hohen Stellenwert haben, sagte Thomas Strauch, Leiter der Planungsgruppe. Zudem solle es ein bilinguales Englisch-Profil geben. „Das muss man nicht belegen“, sagte Strauch. Es würden keine Profilklassen gebildet, es gebe Kursangebote. Zudem nennt Strauch „fächerverbindendes Lernen“ als Schwerpunkt. So solle etwa einmal im Halbjahr projektorientiert gearbeitet werden, ein Thema von mehreren Fächern gleichzeitig und untereinander abgestimmt behandelt werden. Ebenfalls solle Medienkompetenz etwa mit einer Medienbildungsstunde in Klasse 5 gefördert werden.

Das neue Gymnasium soll auch inklusiv arbeiten. Die Schule könne „Modellcharakter“ bekommen, sagte Spyra. Bettina von Haza-Radlitz vom Staatlichen Schulamt sagte, eine lernzielgleiche inklusive Beschulung gebe es an einem Gymnasium bereits, eine „lernzieldifferente ist das Novum, das zu entwickeln ist“. Für Spyra kann das aber nicht „am runden Tisch entwickelt werden“. Sollte die Schule von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen, stark angewählt werden, dann werde diese individuell reagieren.

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