Menschen stehen in einem Club, manche haben eine Maske auf.

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Nachtleben in Berlin: Maske auf bei Blaulicht

Nachtleben in Berlin: Maske auf bei Blaulicht

Draußen tanzen geht in Berlin wieder. Unsere Autorin wundert sich allerdings über die Masken-Policy in Berliner Clubs.

Menschen stehen in einem Club, manche haben eine Maske auf.

Manche mit, manche ohne Maske, das sieht man auch in Berlin Foto: REUTERS/Natalie Thomas

BERLINtaz | Zwei Tage Wochenende, zwei Partys und zwei Beispiele dafür, wie unterschiedlich in Berliner Clubs mit Masken umgegangen wird.

Party Nummer eins: der Innenhof eines alten Industriegebäudes, viel Backstein und Teer, wenig grün. Direkt hinter dem Eingang eine Chill-Area; hier stehen Tische und Stühle in kleinen Grüppchen. Sitzt man dort, darf man seine Maske abnehmen. Ansonsten gilt: Maskenpflicht, beim Stehen, beim Gehen, beim Tanzen. Und fast je­der*r hält sich daran.

Ermahnen muss das Personal nur wenige. Ich zähle dazu, als ich mit Drink in der Hand neben einem Tisch stehe, statt zu sitzen. Ups, sorry, Maske wieder hoch. Auch wenn das Ganze eh an der frischen Luft ist: Man fühlt sich sicher. Sich an die Maskenpflicht zu halten, fällt leicht, wenn alle es tun.

Meinen Impfnachweis musste ich natürlich am Eingang vorzeigen – so ganz lange hat die Einlassperson zwar nicht draufgeguckt, aber ein Blick reicht ja eigentlich.

Das ist bei Party Nummer zwei, am Sonntag, anders. Da scrollt die Person am Einlass in meinem digitalen Impfpass bis ganz nach unten, wo das Datum der Impfung und der Impfstoff drinstehen. Beeindruckend, aber nicht so eindrücklich wie das Bild, das sich mir im Inneren des Open Air-Clubs darbietet. Auch hier ein Bereich mit Sitzmöglichkeiten, mit einem Unterschied: Fast niemand trägt eine Maske.

Genieße ich das jetzt oder finde ich das schlimm?

Das Bild ist krass – zunächst nicht wegen einer potenziellen Gefahr, sondern weil ich gefühlt ewig nicht mehr so viel Partyvolk ohne Maske gesehen habe. Die Gesichter prasseln nur so auf einen ein. Als zweiter Gedanke folgt das moralische Dilemma, das seit der Pandemie nicht aufhört: Genieße ich das jetzt oder finde ich das schlimm? Wie gefährlich ist das, wenn alle geimpft oder getestet sind (viele sogar offenbar beides) und man an der frischen Luft ist? Ist das nicht sicherer, als stundenlang in der Kneipe zu sitzen?

Im Smalltalk ist Delta schnell Thema. Aber der Einlass habe die Impfnachweise und Tests ja richtig kontrolliert, höre ich, anders, als bei einer bekannten Technoparty am Wochenende zuvor. Dort seien Leute mit gefälschten Tests hineingekommen, so die Gerüchte.

Für den Fall, dass Polizei oder Ordnungsamt kommen, gibt es ein informelles Frühwarnsystem: An den Bars stehen Blaulichter. Blinken sie, sollen alle ihre Masken aufsetzen. Das passiert einmal, da ist es aber schon kurz nach 22 Uhr.

Im Uber auf dem Weg nach Hause gibt mir der Fahrer zu verstehen, dass ich von ihm aus keine Maske zu tragen brauche: Das Fenster ist auf, er sei geimpft.

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