Die beiden Frauen tragen vorbildlich eine Maske beim Verlassen der Bahnstation.

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Mord in Idar-Oberstein: Auch in Frankfurts Läden gibt es Maskenverweigerer


  • Helen Schindler

    VonHelen Schindler
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In Frankfurt müssen Kassierer:innen und Sicherheitsmitarbeiter:innen ihre Kundschaft häufig auf die Maskenpflicht hinweisen – das verläuft nicht immer friedlich.

Frankfurt – Der schreckliche Vorfall in einer Tankstelle im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein, bei dem am vergangenen Samstagabend ein 20-jähriger Kassierer von einem Kunden mit einem Kopfschuss getötet wurde, mutmaßlich, weil er diesen auf die Maskenpflicht hinwies, sorgt bundesweit für Entsetzen. Wie die Stimmung in Frankfurter Läden ist und ob sich Ladenangestellte im Hinblick auf die Tat verunsichert oder bedroht fühlen, wollten wir bei einem Rundgang durch die Innenstadt am Mittwochmittag in Erfahrung bringen.

Eine Mitarbeiterin bei Koffer Klein am Roßmarkt sagt am Mittwochmittag, sie sei angesichts der Tat „sehr beunruhigt“. Im Laden müsse sie häufig Leute ermahnen, Maske zu tragen. Eskaliert sei die Situation bisher nicht, die Angesprochenen verhielten sich einsichtig. Trotzdem würde sie künftig überlegen, wen sie wie ansprechen würde. In der Bahn beispielsweise würde sie in Zukunft lieber niemanden mehr auf die Maskenpflicht hinweisen. „Da kann man nicht so schnell flüchten.“

Nach Tat von Idar-Oberstein: Kassiererin in Frankurt von mehreren Maskenverweigerer bedroht

Auch eine Kassiererin bei Aldi in der Töngesgasse berichtet, sie müsse häufig Kundinnen und Kunden auf das Einhalten der Maskenpflicht aufgrund von Corona hinweisen. „Wir haben ein paar Stammkunden, von denen ich weiß, dass sie ein ärztliches Attest haben. Aber es gibt immer wieder Menschen, die die Maske vergessen oder sie nur unter der Nase tragen.“

Einmal sei eine Situation eskaliert, eine Kollegin von ihr sei von zwei jungen Männern bedroht worden, weil sie sie auf die Maskenpflicht hingewiesen habe. Ein männlicher Mitarbeiter habe schließlich deeskalierend eingreifen können. „Aber danach habe ich mich noch mehrere Tage lang unwohl gefühlt“, sagt die Kassiererin. Von dem mutmaßlichen Mord an der Tankstelle in Idar-Oberstein hatte sie bisher nichts mitbekommen, reagiert darauf aber geschockt.

Maskenverweigerer-Argument: „Ich bin geimpft, ich brauche keine Maske mehr“

Auch ein Mitarbeiter im Kiosk The Corner in der Fahrgasse berichtet, dass er sich bereits einmal unwohl fühlte, als eine Gruppe von Männern sich nicht an die Maskenpflicht halten wollte und aggressiv wurde. Auch er sagt, er müsse häufig auf die Pflicht hinweisen, insbesondere abends, wenn Kundinnen und Kunden „nur mal schnell rein wollen, um ein Bier zu holen“. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Das Argument „ich bin geimpft, ich brauche keine Maske mehr“, höre er öfter.

Dieses angebliche Argument kennt auch der Sicherheitsmitarbeiter bei Primark auf der Zeil. „Da gibt es auch mal Streit, wenn die Leute das mit der Maske nicht einsehen“, sagt er. „Ich ermahne sie zwei Mal, beim dritten Mal fliegen sie raus.“ Unsicher oder bedroht habe er sich aber bisher nicht gefühlt.

Verkäufer:innen wollen gelassen bleiben

Bei Rewe im Untergeschoss des Einkaufszentrums MyZeil sagt eine Kassiererin, der Tankstellen-Vorfall beunruhige sie, weil sie auch gelegentlich Kundinnen und Kunden auf das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hinweise. In erster Linie sei das aber Aufgabe der Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Diese reagieren gelassen. Zwar müssten auch sie täglich auf die Maskenpflicht hinweisen, besonders bei Seniorinnen und Senioren sowie bei Jugendlichen. Aber diese zeigten sich einsichtig, keiner suche Streit.

Beim Drogeriemarkt dm direkt daneben ist die Stimmung relativ entspannt. Eine Mitarbeiterin sagt, sie habe den Tankstellen-Vorfall im Hinterkopf. „Aber ich mache mich da jetzt nicht verrückt.“ Kundinnen und Kunden hielten sich meist an die Regel. Sie sagt: „In der gesamten Pandemiezeit habe ich vielleicht zwei, drei Mal auf die Maskenpflicht hinweisen müssen.“ (Helen Schindler)

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