Der Blaue Morphofalter sitzt lieber auf dem Kopf als vor der Linse.

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Mit Schmetterlingen auf Tuchfühlung im Palmengarten Frankfurt


  • Oliver Teutsch

    VonOliver Teutsch
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Großer Andrang im neuen Schmetterlingshaus des Palmengartens. Zusätzliche Attraktion.

Susanne Voß ist ein bisschen verzweifelt und trotzdem hocherfreut. Seit geraumer Zeit versucht die Hobbyfotografin, einen der vielen Blauen Morphofalter vor die Linse ihrer hochwertigen Kamera zu bekommen. Doch die riesigen Schmetterlinge sind fast immer in Bewegung. „Wenn mal einer landet, dann auf meiner Schulter oder auf der Kamera“, murrt die Münsterländerin, die es sich nicht nehmen lassen wollte, beim Tagesausflug nach Frankfurt unbedingt den Palmengarten mit seinem neuen Schmetterlingshaus zu besuchen.

Mit ihrer Idee ist Voß an diesem ersten Besucherwochenende nicht alleine. Vor der Tür des Hauses hat sich eine lange Schlange gebildet. Susanne Voß fand die Wartezeit mit einer knappen halben Stunde aber erträglich.

Pandemiebedingt dürfen derzeit etwa 70 Menschen gleichzeitig in den Schauraum. Aber auch ohne solche Hygienemaßnahmen will der Palmengarten großes Gedränge in dem neuen Haus vermeiden, wie Patricia Germandi erläutert. „Das machen wir schon für den Schutz der Schmetterlinge, denn die setzen sich auch mal auf den Boden.“ Die Leiterin der Kommunikationsabteilung ist an diesem Wochenende im Einsatz, um sich einen Überblick über die Besucherströme zu verschaffen. Die beiden angebotenen Führungen durch die Tropenidylle seien innerhalb von Minuten ausgebucht gewesen. Ob künftig mehr als zwei Führungen täglich angeboten würden, sei noch offen. „Das Ganze hat noch Modellcharakter“, sagt Germandi.

Gedacht ist das neue Blüten- und Schmetterlingshaus als Lernort. Zunächst gilt es, in der Eingangshalle Wissenswertes über Artenvielfalt und Bestäubung zu erfahren, bevor dann als „Belohnung“ der Schaubereich mit 300 bis 400 Schmetterlingen wartet. Doch so ganz geht das Konzept zumindest an diesem Wochenende nicht auf. Denn wer die Warteschlange gemeistert hat, will keinen Unterricht, sondern Schmetterlinge bestaunen. Der große Star beim Publikum ist auf alle Fälle der Blaue Morphofalter, der bislang vor allem in der Karibik, seit neuestem aber auch im Frankfurter Westend zu Hause ist. „Der ist ja groß wie eine Fledermaus“, staunt ein Besucher, der mit seiner Spiegelreflexkamera ähnliche Probleme hat wie Voß. „Ein Vielflieger“, stöhnt er nach einem neuerlichen Fehlversuch.

Doch nicht alle im Haus sind so rege. Die riesigen Raupen des Bananenfalters liegen nur verdauungsfaul auf Bananenblättern rum. Ein halbes Blatt der Bananenstaude haben sie schon weggefuttert. „Wir tauschen die Pflanzen alle zwei Wochen aus, damit sie sich regenerieren können“, sagt Germandi.

Die meisten anderen Schmetterlingsarten vermehren sich nicht im Palmengarten selbst. Dafür wurde eine Kooperation mit einer Schmetterlingsfarm in Costa Rica geschlossen. Die Farm liefert alle ein bis zwei Wochen Nachwuchs, der dann im Puppenkasten am Eingang des Schauhauses zu bestaunen ist. In diesem Stadium halten die zukünftigen Schmetterlinge noch schön still. Was man vom entpuppten Morphofalter nicht sagen kann.

Voß hat ihre Bemühungen mittlerweile eingestellt und bummelt Richtung Ausgang, um nachfolgenden Schaulustigen Platz zu machen. Es sei ihr erster, aber nicht ihr letzter Besuch im Palmengarten gewesen, verspricht sie.

Angst vor Schmetterlingen sollten Gäste nicht haben.

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Angst vor Schmetterlingen sollten Gäste nicht haben.
Die Handys sind immer gezückt.

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Die Handys sind immer gezückt.

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