Emmanuel Macron (M), Präsident von Frankreich, nimmt an einer Zeremonie der französischen Streitkräfte am Hotel des Invalides teil.

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Macron will neue Kernkraftwerke bauen – um den Klimawandel zu bekämpfen

  • VonBedrettin Bölükbasi
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Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron will neue Kernkraftwerke bauen. Dies sei unter anderem für Energieunabhängigkeit nötig.

Paris – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron* hat den Bau einer neuen Generation von Atomkraftwerken angekündigt. So wolle man den Klimawandel bekämpfen und eine zuverlässige Energieversorgung sicherstellen, betonte der französische Präsident in einer Fernsehansprache.

Schon seit langem setzt Frankreich* auf Atomenergie. Derzeit sind 56 Reaktoren im Betrieb, während diese Zahl mit der jüngsten Entscheidung noch weiter wachsen soll.

Frankreich: Macron will Atomenergie für Unabhängigkeit und Kohlenstoffneutralität

Trotz des Ausbaus der Kernenergie will Frankreich erneuerbare Energien jedoch nicht in den Hintergrund schieben. Neben dem Bau von Atomreaktoren solle aber auch die Entwicklung erneuerbarer Energien fortgesetzt werden, unterstrich Macron bei seinem Auftritt am Dienstagabend.

Er sagte in der TV-Ansprache: „Um Frankreichs Energieunabhängigkeit zu gewährleisten, die Stromversorgung unseres Landes zu sichern und unser Ziel der Kohlenstoffneutralität im Jahr 2050 zu erreichen, werden wir zum ersten Mal seit Jahrzehnten die Errichtung von Kernreaktoren in unserem Land wieder aufnehmen.“

Macron argumentiert, ohne Atomstrom könnten Frankreich und die EU nicht wie geplant bis 2050 klimaneutral werden. Durch intensive Verhandlungen will er bereits eine Mehrheit der EU-Staaten überzeugt haben*, dass die Atomkraft Teil der sogenannten Taxonomie sein sollte.

Macron sagt neue Reaktoren werden Erfüllung von COP26-Verpflichtungen ermöglichen

Für zumutbare Energiepreise sei kohlenstofffreie Energie nötig, so Macron in seiner Ansprache. Bei den neuen Reaktoren soll es sich dabei um EPR-Reaktoren (Evolutionary Power Reactor) der dritten Generation handeln – sogenannte Druckwasserreaktoren.

Wie viele dieser Reaktoren gebaut werden sollen gab Macron zunächst nicht bekannt, doch laut der Nachrichtenagentur Reuters wird die Konstruktion von bis zu sechs Reaktoren erwartet. Dem französischen Präsidenten zufolge wird die Investition in neue Kernkraftwerke eine Erfüllung der Verpflichtungen der UN-Klimakonferenz* in Glasgow einfacher machen.

Bereits vor einigen Wochen hatte er die Absicht bekundet, bis 2030 kleinere Reaktoren schaffen zu wollen, die auch den Umgang mit nuklearem Müll erleichtern sollen.

Frankreich setzt auf Atomenergie – trotz Katastrophe in Japan

Anders als Deutschland setzt Frankreich auch nach der Katastrophe im japanischen Fukushima 2011 weiter auf Atomenergie. Zwar wurde das älteste AKW des Landes im elsässischen Fessenheim vergangenes Jahr abgeschaltet, und bis 2035 sollen weitere Reaktorblöcke vom Netz gehen.

Aktuell liegt Frankreich aber hinter den USA immer noch auf Platz zwei der weltgrößten Produzenten von Atomstrom. Nach einer Studie des Netzbetreibers RTE wäre ein CO2-neutraler Strombetrieb ohne neue AKW bis 2050 nur mit enormen Anstrengungen möglich.

Ausufernde Kosten und technische Probleme haben den Ausbau der Atomkraft durch den staatlichen Energiekonzern EDF zuletzt behindert. Für einen umstrittenen Atomreaktor in Flamanville am Ärmelkanal, dessen Bau bereits 2007 begann, wurde kürzlich die Betriebsgenehmigung erteilt.

Die Inbetriebnahme war zuletzt auf Ende 2022 verschoben worden – auch, weil undichte Schweißnähte in der Stahlhülle entdeckten wurden. Die Kosten liegen statt ursprünglich veranschlagter 3,3 Milliarden nun wohl bei mehr als zwölf Milliarden Euro. (bb mit Material von dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA

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