Migrant:innen, viele von ihnen aus Haiti, gehen zu einem improvisierten Flüchtlingslager in Ciudad Acuña in Mexiko.

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Lateinamerika vermisst Angela Merkel schon jetzt


  • Klaus Ehringfeld

    VonKlaus Ehringfeld
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Deutschland gilt vielen im lateinamerikanischen Subkontinent als Vorbild. Mexikos Außenminister unterstreicht, wie wichtig weltweite Kooperation bei Themen wie Klimawandel und Migration ist.

Von Argentinien ganz im Süden des lateinamerikanischen Subkontinents bis in den Norden nach Mexiko gibt es nach der Bundestagswahl einen gemeinsamen Nenner. Angela Merkel wird breit gewürdigt, vor allem aber wird ihr nachgetrauert. „Merkel, die Frau, die in einer Welt der Männer brillierte und führte“, schrieb stellvertretend die mexikanische Tageszeitung „El Universal“.

Der Tenor des regionalen Urteils ist, dass die Welt und vor allem auch Lateinamerika Führungsfiguren wie Merkel braucht. Sie und Deutschland stünden symbolisch dafür, dass man mit Einheit, Integrität, Pragmatismus und Besonnenheit auf aktuelle globale Herausforderungen durch wirtschaftliche, politische, soziale und gesundheitspolitische Krisen besser reagieren könne als getrennt und im Konfliktmodus.

Besonders viel Aufmerksamkeit weckte die Bundestagswahl in Brasilien

Alle Länder machen klar, welche Themen künftig wichtig sind und für welche sie Deutschland an ihrer Seite brauchen: Stärkung der Demokratie, Wahrung der Menschenrechte und vor allem Klimaschutz.

Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard unterstrich vor der UN-Vollversammlung, dass die globale Zukunft „Kooperation und weltweite Solidarität“ notwendig macht. Energiesicherheit, Migration, gerechte Verteilung der Corona-Impfmittel und vor allem der Klimawandel seien die großen Herausforderungen der Menschheit. Bei all diesen Themen benötigten die Welt und auch Lateinamerika vor allem Deutschland an ihrer Seite.

Besondere Aufmerksamkeit weckte die Bundestagswahl in Brasilien, dem größten und wirtschaftlich wichtigen sowie stärksten Land Lateinamerikas. Die wichtigste Zeitung des Landes „Folha de S.Paulo“ hatte den Verlauf der Abstimmung am Sonntag als Spitzenmeldung online. Das ist sehr ungewöhnlich.

Sorge um Beziehung zur EU unter Nachfolger von Angela Merkel

In einem Meinungsbeitrag in „O Globo“ heißt es zudem, dass das gute Abschneiden von SPD und Grünen den internationalen Aktivismus für Demokratie- und Umweltfragen stärken werde, was „auch gerade für Brasilien“ von großer Bedeutung sei. Die Wahlen in Deutschland belegten darüber hinaus, wie liberale Demokratien, die vom Aufstieg der extremen Rechten heimgesucht werden, diese gut in Schach halten können. Das sei ja gerade in Brasilien mit Jair Bolsonaro, dem rechtsradikalen Autokraten an der Macht, nicht gelungen.

Der argentinische Politologe Carlos Pérez Llana von der „Universidad Torcuato Di Tella“ in Buenos Aires weist darauf hin, dass „Merkel eine Lücke und eine Frage hinterlässt: Wird sie ihre Qualitäten und Prioritäten an ihre Nachfolger weitergeben können? Merkel habe ein „wiedergeborenes Deutschland empfangen“ und hinterlasse „ein gestärktes, aber unruhiges“ Land.

Alle Länder bewegte eine fast ängstlich formulierte Frage: Wer wird künftig der Ansprechpartner für Lateinamerika in Europa sein, wer hält die Flagge der Demokratie hoch?

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