Derzeit muss Frankfurt überall Parkautomaten aufstellen, wo der Parkraum bewirtschaftet wird. Foto: Renate Hoyer

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Kommentar: Das beinahe kostenlose Parken beenden


  • Florian Leclerc

    VonFlorian Leclerc
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Der Autoverkehr wurde lange genug subventioniert – die Parkgebühren für Anwohnerinnen und Anwohner müssen sozial verträglich steigen.

Ein Quadratmeter Fläche, der in Frankfurt bebaut werden kann, kostet im Nordend 6800 Euro, im Westend 9000 Euro, in der Innenstadt 12 500 Euro. So die Bodenrichtwerte. Ein Stellplatz ist in der Regel zwei Meter breit und 3,50 Meter lang, also sieben Quadratmeter groß. Im Nordend wären das 47 600 Euro – allein für die Fläche. Dann muss ein Stellplatz auch noch befestigt werden.

Bei diesen Preisen wundert es nicht, dass feste Stellplätze in guter Lage für mehr als 100 Euro im Monat inseriert werden. Stellplätze im öffentlichen Raum sind für Anwohnerinnen und Anwohner hingegen beinahe umsonst. Ein Stellplatz im Bewohnerparken kostet etwa zwei Euro im Monat. Also weniger als eine Einzelfahrt mit der Bahn. Das ist eine krasse Schieflage.

Gut, werden sich manche denken, „ich zahle Steuern fürs Kraftfahrzeug und für den Treibstoff. Dafür steht mir die Pendlerpauschale und der günstige Parkplatz im Stadtteil zu!“

Bei so einem autozentrierten Denken wird es aber nichts mit der Mobilitätswende. Der Kfz-Verkehr stößt seit 1990 etwa die gleichen Menge CO2 aus; der Lastwagenlieferverkehr nimmt weiter zu. Im Verkehrssektor muss sich endlich etwas ändern. Unsere Kinder und Enkel werden sonst zu Recht mit den Fingern auf uns zeigen, weil wir ihre Umwelt versaut haben.

Es ist ein saurer Apfel, in den wir Anwohnerinnen und Anwohner beißen müssen. Aber die Preise fürs Bewohnerparken müssen steigen. Die Preise sollten allerdings sozial verträglich gestaffelt sein und Menschen, die sich schwere Autos leisten können, höher belasten als Menschen mit geringem Einkommen. Die Regel für Elektrofahrzeuge, die in Baden-Württemberg gilt, sollte die hessische Landesregierung überdenken. Es ergibt keinen Sinn, Elektroautos so einzuordnen wie spritschluckende SUV.

Wenn man in Frankfurt nicht mehr beinahe umsonst parken kann, werden mehr Menschen aufs eigene Auto verzichten und dabei viel Geld sparen. Das nächste Carsharing-Auto parkt übrigens meist nur ein paar Schritte weit entfernt.

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