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Klimakiller ohne Skrupel


  • Klaus Ehringfeld

    VonKlaus Ehringfeld
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Brasilien Präsident Bolsonaro verspricht das eine und tut das andere. Das schadet der grünen Lunge der Welt – auch bekannt als Amazonas-Regenwald – immens.

Die Welt blickt nach Brasilien. Das größte Land Lateinamerikas ist entscheidend für den globalen Klimaschutz. Der Amazonas-Urwald, der zu mehr als der Hälfte in Brasilien liegt, ist die grüne Lunge der Welt. Der Regenwald, der anderthalbmal die Fläche der EU umfasst, war mal ein großer CO2-Speicher, wird aber inzwischen mehr und mehr zum CO2-Emittenten. Vor allem dank der Entwaldung, die unter Präsident Jair Bolsonaro ein gespenstisches Tempo angenommen hat.

Das Riesenland ist schon lange kein Verbündeter mehr bei dem Versuch, die Erderwärmung zu stoppen. Fraglich ist, wie es so seine Klimaziele aus dem Pariser Abkommen erreichen will. 2015 hatte sich Brasilien verpflichtet, zehn Jahre später 37 Prozent CO2 weniger auszustoßen. Bis 2030 sollen die Treibhausgase um 43 Prozent abgebaut werden.

S eit der Rechtsradikale Bolsonaro 2019 an die Macht kam, ist Brasilien zum Klimakiller mutiert. Landwirtschaft und Bergbau – auch illegaler – im Amazonas werden gefördert. Umweltgesetzgebung und -finanzierung wurden systematisch geringer. Und lange hat sich die Regierung dagegen gewehrt, dass die Internationale Gemeinschaft ihr Bedingungen zum Umgang mit dem Amazonas diktiert. Der Regenwald sei nationale Angelegenheit, Brasilien könne ihn ausbeuten, wie es wolle, wird da getönt.

F olglich hat die Entwaldung im Amazonas 2020 die verheerendsten Ausmaße seit zwölf Jahren erreicht, ist der Wald zigtausendfach fragmentiert. Fachleute warnen unentwegt, dass der Amazonas bald umkippen könnt, da bereits 18 Prozent verloren sind und eine ähnlich große Fläche als geschädigt gilt.

Das brasilianische Weltrauminstitut schätzt, dass die kritische Marke bei einer Vernichtung von 20 bis 25 Prozent der Gesamtfläche liegt. Von den sechs Millionen Quadratkilometern des Regenwaldes liegen 58 Prozent in Brasilien, 13 Prozent in Peru, zehn in Kolumbien und acht in Bolivien. Die restlichen elf Prozent teilen sich Venezuela, Ecuador, Surinam, Französisch-Guayana und Guyana.

Vor gut sechs Monaten hat die Brasilien zumindest verbal relativ radikal umgeschwenkt. Beim virtuellen Klimagipfel der US-Regierung im April erklärte Bolsonaro, sein Land wolle bis 2050 statt 2060 CO2-neutral werden. Außerdem versprach er eine Verdoppelung der Mittel für Umweltkontrollen. Umweltschützer:innen und Klimafachleute stehen diesen Ankündigungen sehr reserviert gegenüber.

Denn nur einen Tag nach dem Gipfel genehmigte Bolsonaro im Widerspruch zu seinen eigenen Worten die Kürzung des Budgets des Umweltministeriums um 24 Prozent. Der Verdacht liegt nahe, dass die Zusagen auf dem virtuellen Klimatreffen nur dazu dienten, Geld des Auslandes zum Amazonas-Schutz locker zu machen, vor allem in den USA.

Anfang Oktober sagte der neue Umweltminister Joaquim Leite, man werde in Glasgow das Ziel vorlegen, die illegale Abholzung bis 2030 zu beenden. Leite behauptete zudem, im Sommer sei die Abholzung im Amazonas um 14 Prozent zum Vorjahresquartal zurückgegangen.

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