Kämpfer in Tigray

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Kämpfe in Nord-Äthiopien: Berichte über Massaker an Familien

Seit November vergangenen Jahres schickt die äthiopische Zentralregierung Soldaten in die Region Tigray im Norden des Landes. Nun gibt es Berichte über neue Gräueltaten in der Region – auch an Kindern.

Johannesburg – Das UN-Kinderhilfswerk Unicef reagiert alarmiert auf neue Berichte über Gewalt und Not in der äthiopischen Krisenregion Tigray.

„Unicef ist extrem besorgt wegen der angeblichen Tötung von mehr als 200 Menschen – darunter mehr als 100 Kindern – bei Attacken am Donnerstag auf vertriebene Familien, die in einer Gesundheitseinrichtung sowie einer Schule in der Afar-Region Schutz gesucht hatten“, erklärte Unicef-Direktorin Henrietta Fore am Montag. Zudem sollen wichtige Nahrungsmittellager zerstört worden sein, was die angespannte Versorgungslage verschärfe.

Die humanitäre Katastrophe in Nord-Äthiopien könne nur durch ein Ende der Kämpfe gelöst werden, sagte sie. In den benachbarten Konfliktregionen Afar, Tigray und Amhara seien vier Millionen Menschen von Nahrungsmangel betroffen. Aktuell kämen durch die jüngsten Kämpfe 100.000 Geflohene zu den bereits zwei Millionen Vertriebenen hinzu. Viele seien Kinder. „Die Intensivierung der Kämpfe in Afar und anderen an Tigray grenzenden Regionen ist für Kinder verheerend“, betonte Fore.

Am Vortag hatte die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) bestätigt, dass ihre Kämpfer die zum Weltkulturerbe der Unesco zählende historische Stadt Lalibela mit ihren berühmten Felsenkirchen unter Kontrolle hat.

Die Zentralregierung in Addis Abeba hatte in der Tigray-Region, die an die Amhara-Region grenzt, im November eine Militäroffensive gegen die TPLF begonnen, die bis dahin dort an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die TPLF dominierte Äthiopien mehr als 25 Jahre lang, bis Regierungschef Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam. dpa

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