Jared Kushner (3.v.l.) und Ivanka Trump (M) kamen zur Besiegelung eines Handelsabkommens zwischen China und den USA 2020 noch vor dem damaligen Präsidenten Donald Trump an.

Ivanka Trump und Jared Kushner: Donald Trumps Tochter steuerte Corona-Politik, Details wollten wir unter der Überschrift Ivanka Trump und Jared Kushner: Donald Trumps Tochter steuerte Corona-Politik für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mitteilen. Details zu unseren News mit dem Titel Ivanka Trump und Jared Kushner: Donald Trumps Tochter steuerte Corona-Politik finden Sie in unserem Artikel..

Ivanka Trump und Jared Kushner: Donald Trumps Tochter steuerte Corona-Politik

  • VonMirko Schmid
    schließen

Ivanka Trump, die älteste Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, und ihr Ehemann Jared Kushner sollen der Corona-Politik ihren Stempel aufgedrückt haben.

Washington D.C. – Wenn die Namen Ivanka Trump und Jared Kushner auftauchen, folgen in den USA verlässlich Schlagzeilen. Während der Präsidentschaft von Donald Trump machten die Lieblingstochter des ehemaligen US-Präsidenten und ihr Ehemann vor allem durch ihren enormen Einfluss auf die Politik der größten Industrienation der Welt von sich reden.

Wie ein neues Enthüllungsbuch aus dem inneren Zirkel der Trump-Regierung nun nahelegt, soll das „Jivanka“ genannte Paar in den ersten Wochen der Corona-Pandemie gar federführend gewesen sein. In ihrem Werk „I‘ll Take Your Questions Now“ lässt Stephanie Grisham kein gutes Haar an der Machtfülle von Ivanka Trump und Jared Kushner während der vier Trump-Jahre im Weißen Haus.

Bei Grisham handelt es sich um die 32. Regierungssprecherin in der Geschichte des Weißen Hauses – und um die erste, die während ihrer Amtszeit keine einzige Pressekonferenz einberief. Im April 2020 wechselte die Journalistin als Chefin in den Stab der damaligen First Lady, Melania Trump. Somit arbeitete Grisham über Jahre eng sowohl mit Donald Trump als auch dessen Ehefrau Melania zusammen und gilt seither als profunde Insiderin im „Trump-Universum“.

Ivanka Trump und Jared Kushner steuerten Corona-Politik der USA

Umso mehr Aufmerksamkeit erregen aktuell einige Passagen ihres Enthüllungsbuches. Da wäre zum einen der ungeheuerliche Vorwurf, dass Ivanka Trump und Jared Kushner die erste offizielle Expertise zur Corona-Pandemie unter Beschlag genommen haben sollen. Und zum anderen der Umstand, dass Kushner anschließend tatsächlich die Federführung der Trump-Administration zur Erarbeitung von Schritten gegen die Pandemie übernommen habe – ohne offizielle Funktion als persönlicher Berater des Präsidenten.

In dieser Rolle soll Kushner, so berichtet es Stephanie Grisham, so überheblich wie inkompetent agiert haben. Sie erinnert sich in ihrem Buch an eine Sitzung des Krisenstabes, die Kushner geleitet und sich dabei über den damals amtierenden Vizepräsidenten Mike Pence erhoben habe. Überhaupt sei diese Sitzung erst einberufen worden, nachdem Ivanka Trump und ihr Ehemann Kushner Donald Trump dazu gedrängt hätten. Dieser habe anschließend alle wichtigen politischen Entscheidungsträger, darunter eben Pence sowie der führende nationale Krisenexperte Anthony Fauci, zusammengetrommelt.

Zur Überraschung der Anwesenden habe das Treffen in Abwesenheit des Präsidenten stattgefunden, der den für den Stab Auserkorenen stattdessen den Auftrag erteilt haben soll, „herauszufinden, was zu tun ist“. Grisham, selbst während des Meetings anwesend, erinnert sich daran, dass sie das Auftreten Kushners als dem Vizepräsidenten gegenüber anmaßend empfunden habe. „Sowohl verlegen als auch angewidert“ habe sie sich gar gefühlt.

Jared Kushner leitete Sitzungen, an denen auch Vizepräsident Mike Pence teilnahm

Und das auch deswegen, da Grisham viele Gespräche mit politischen Schwergewichten innerhalb der Regierung geführt haben will, für die Ivanka Trump und Jared Kushners nichts anderes gewesen sein sollen, als im Politikbetrieb völlig unerfahrene und überforderte Praktikanten. „Abscheuliche Besserwisser“, die, ohne je gewählt worden zu sein, von Donald Trump mit einer Entscheidungsgewalt ausgestattet worden seien, derer sie nicht gerecht wurden.

Name Ivana Marie „Ivanka“ Trump Jared Corey Kushner
Alter 39 Jahre (30. Oktober 1981) 40 Jahre (10. Januar 1981)
Geburtsort Manhattan, New York City, USA Livingston, New Jersey, USA

Schon gar nicht während einer weltweiten und vor allem in den USA wütenden Pandemie und hunderttausenden Todesfällen. Trotz seiner Macht im Weißen Haus sei Kushner eben kein Experte gewesen, schreibt Stephanie Grisham. Kushner etwa soll die treibende Kraft hinter der Schließung der Außengrenzen gewesen sein – in einer Zeit, in der etwa Experte Fauci einen solchen Schritt als nicht notwendig bezeichnet hatte. Bezüglich der Umsetzung einer solchen Grenzschließung habe Kushner aber keine Impulse geben können – zu uninformiert und unvorbereitet sei er gewesen.

Auch im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen der Pandemie habe Kushner keinen gewinnbringenden Impuls geben können, schreibt Grisham. Trotzdem „schien er allein über die ersten Maßnahmen der Nation zur Bewältigung einer der verheerendsten Krisen in unserer Geschichte zu entscheiden“, skizziert die ehemalige Pressechefin des Weißen Hauses.

Ivanka Trump nutze ihren Vater Donald Trump als Totschlagargument

Ivanka Trump habe den oft willkürlich wirkenden Impulsen ihres Ehemannes stets mit einer Art Totschlagargument assistiert. Wann immer die Vorschläge des Schwiegersohns in der Funktion des Chefberaters auf kontroverse Reaktionen zu stoßen drohten, habe Trump ihren Vater in Spiel gebracht. „Mein Vater will, dass das so gemacht wird“, soll sie dann gesagt haben. Oder „Mein Vater denkt, dass das Routine ist“. Dies habe es anderen Mitgliedern der engeren Trump-Regierung unmöglich gemacht, zu widersprechen. Schließlich hätten alle gewusst, dass auf ein Widerspruch gegenüber Donald Trump stets eine Entlassung folgte – Mindestens.

Mit dem USA-Newsletter der FR sind Sie immer bestens informiert.

Sie selbst will im Gespräch mit Donald Trump immer wieder darauf hingewiesen haben, dass Jared Kushner der Grund dafür sein könnte, dass Trump nicht wiedergewählt werde: „Es war meine leidenschaftliche Meinung, dass seine Arroganz und Anmaßung im Laufe der Jahre gewachsen waren und er seine Macht ohne jegliche Scham herumschleuderte“, heißt es in Grishams Buch. Irgendwann sei ihre Ablehnung gegenüber dem Schwiegersohn des Präsidenten so groß gewesen, dass ihre Zuschreibung „Rasputin in einem schmal geschnittenen Anzug“ in Regierungskreisen die Runde gemacht habe.

Corona-Task-Force von Jared Kushner: Unerfahrene Crew von Freiwilligen

Kushners Corona-Pläne scheiterten anschließend krachend, die Trump-Regierung musste sich angesichts eines Enthüllungsbuches des Starjournalisten Bob Woodward einem Sturm der Entrüstung stellen. Das Buch basierte auf Telefongesprächen zwischen Woodward und dem damaligen Präsidenten. In deren Verlauf gab Donald Trump zu, die Gefahr der Pandemie in den ersten Wochen absichtlich heruntergespielt zu haben. In den Wochen also, in denen Jared Kushner die Pandemie öffentlich und in Regierungskreisen mit einer harmlosen Grippe verglich.

Der Enkel des verstorbenen Senators Robert F. Kennedy, Max Kennedy, soll sich in dieser Zeit freiwillig zur Mitarbeit in Kushners Corona-Task-Force gemeldet haben. Überliefert ist, dass er anschließend eine Beschwerde an den Kongress über das adressierte, was er miterleben musste. Kennedy schilderte eine schlecht geführte Operation und berichtete über eine dilettantische Beschaffung dringend benötigter medizinische Grundausstattung, durchgeführt von einer unerfahrenen Crew von Freiwilligen. (Mirko Schmid)

Bir cevap yazın