Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von „BepiColombo“ am Merkur.

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Irre Bilder vom Merkur – Raumsonde BepiColombo liefert spektakuläre Aufnahmen


  • Stefan Krieger

    VonStefan Krieger
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Die Raumsonde BepiColombo übermittelt nach ihrem ersten Vorbeiflug am Planeten Merkur Bilder – Große Krater auf Oberfläche des Planeten erinnern an den Mond.

Paris – Fast drei Jahre ist es her, seitdem die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo zu ihrem Start ins Weltall aufgebrochen ist. Jetzt hat sie erste Bilder vom Planeten Merkur aufgenommen und an die Erde übermittellt. Wie die Europäische Agentur für Raumfahrt ESA am Samstag (02.1.2021) mitteilte, übermittelte die Sonde nach ihrem ersten Vorbeiflug am Merkur Schwarz-Weiß-Bilder zur Basis, auf denen die nördliche Hemisphäre des Planeten zu sehen ist. Mit ihren großen Kratern erinnert die Merkur-Oberfläche an den Mond.

Die Raumsonde flog den Angaben der ESA zufolge in einer Höhe von 199 Kilometern am Merkur vorbei. Da BepiColombo auf der Nachtseite des Planeten ankam, seien die Bedingungen um Bilder aus nächster Nähe aufzunehmen aber alles andere als ideal gewesen, so die ESA. Deshalb wurde das nächste Bild aus einer Entfernung von etwa tausend Kilometer aufgenommen.

Raumsonde BepiColombo liefert seltene Bilder vom Merkur

BepiColombo war am 20. Oktober 2018 zu einer siebenjährigen Reise zum kleinsten und am wenigsten erforschten Planeten unseres Sonnensystems gestartet. Die nach dem italienischen Mathematiker und Ingenieur Giuseppe „Bepi“ Colombo benannte und von der ESA geleitete Mission zum sonnennächsten Planeten gilt als das bislang komplizierteste Raumfahrtprojekt Europas.

Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von „BepiColombo“ am Merkur.

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Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von „BepiColombo“ am Merkur.

BepiColombo wird insgesamt neun Vorbeiflüge an Planeten absolvieren: einen an der Erde, zwei an der Venus und sechs am Merkur, um zusammen mit dem solarelektrischen Antriebssystem der Sonde in die Merkurumlaufbahn zu gelangen.

Kompliziert ist die Reise vor allem durch Merkurs Nähe zur Sonne. Angesichts der enormen Schwerkraft der Sonne erfordert es viel Energie, eine Raumsonde so abzubremsen, sodass sie in eine Umlaufbahn um den innersten Planeten des Sonnensystems einschwenken kann.

Raumsonde BepiColombo: Insgesamt neun Planeten-Vorbeiflüge

Im Fall von BepiColombo bedeutet dies: Um die Geschwindigkeit anzupassen, muss die Sonde insgesamt neun Planeten-Vorbeiflüge absolvieren. Sie flog bereits einmal dicht an der Erde und zweimal an der Venus vorbei. Nach insgesamt sechs Vorbeiflügen am Merkur soll die Sonde 2025 in eine Umlaufbahn um ihren Zielplaneten einschwenken.

Eine Woche nach dem letzten Vorbeiflug von BepiColombo am 10. August 2021 wurde ein Korrekturmanöver durchgeführt, um die Sonde für diesen ersten Vorbeiflug am Merkur in einer Höhe von 200 km etwas besser auszurichten. Gegenwärtig wird der Vorbeiflug am innersten Planeten in 198 km Höhe vorhergesagt, und kleine Anpassungen können nach dem Vorbeiflug mithilfe des solarelektrischen Antriebs leicht vorgenommen werden.

Raumsonde BepiColombo: Gibt es Eis auf dem Merkur?

Bislang erreichten nur zwei Missionen der Raumfahrtbehörde Nasa den Merkur: Nach der Mission von „Mariner 10“ in den Jahren 1974-75 flog die NASA-Raumsonde Messenger der USA in den Jahren 2008-09 dreimal am Merkur vorbei und umkreiste den Planeten vier Jahre lang (2011-2015). Die BepiColombo-Mission wird auf den Erfolgen ihrer Vorgänger aufbauen und das bisher beste Verständnis des innersten Planeten des Sonnensystems liefern.

Die Mission soll die Besonderheiten der inneren Struktur des Merkurs und seines Magnetfelds erforschen und unter anderem der Frage nachgehen, ob es in den sonnenabgewandten Kratern Eis gibt. (skr/afp)

Rubriklistenbild: © dpa/ESA/ATG Medialab

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