Herbstlaub im Grüneburgpark. Da stört es nicht so sehr.

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Herbst in Frankfurt: Nasses Laub wie Schmierseife

In Frankfurt haben die Entsorgungsbetriebe alle Hände voll zu tun, Straßen, Rad- und Gehwege von Laub zu befreien. Der Fahrrad-Verband warnt vor der Rutschgefahr.

Die Blätter fallen, und damit hat die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) wieder viel zu tun. 3500 Tonnen Laub von rund 70 000 an Straßen und Gehwegen stehenden Bäumen werden jede Saison von etwa 300 Frauen und Männern bei der FES entsorgt. Der Personaleinsatz ist jetzt um 15 Prozent höher als im restlichen Jahr.

Im Moment befänden sich noch relativ viele Blätter an den Bäumen, die Saison habe etwas verspätet begonnen, sagt Michael Werner von der FES. Mit Laubbläsern, Klein- und Großkehrmaschinen rücken die Reinigungstrupps morgens aus und verteilen sich im gesamten Stadtgebiet. Dem Bedarf entsprechend in Reinigungsklassen eingeteilt, werde in den einzelnen Gebieten unterschiedlich häufig gereinigt. So sei manche Gegen im Frankfurter Norden nur einmal pro Woche eingeplant, in der Innenstadt hingegen werde mindestens einmal täglich gereinigt. Vor allem bei nassem Laub „müssen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig werden, um die Verkehrssicherungspflicht zu gewährleisten“, macht Werner klar.

Kritik vom ADFC

Susanne Neumann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Frankfurt sieht wiederum in nicht oder zu spät geräumten Rad- und Gehwegen ein Problem. „Wenn das Laub dann noch nass wird, wird es gefährlich für Menschen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind. Das wirkt wie Schmierseife“, sagt Neumann. „Unschön“ sei, wenn, wie sie es manchmal beobachte, Straßen für Autos schnell frei seien, auf Geh- und Radwegen das Laub aber eine ganze Weile länger liegen bleibe.

Diesem Vorwurf widerspricht Michael Werner entschieden. Er erklärt, die FES-Planung sehe immer vor, die Radwege parallel zur Straße zu reinigen. „Ich bin sehr dankbar, dass Frankfurt zunehmend zu einer Fahrradstadt wird, aber es macht uns das Arbeiten auch schwieriger“, sagt Werner. An manchen Stellen könnten beispielsweise durch Abgrenzungen der Fahrradwege, die zum Schutz der Radfahrer:innen angebracht wurden, nur noch kleine Kehrmaschinen eingesetzt werden.

ADFC-Frau Neumann kann Zeitdruck und Personalengpässe bei der Straßenreinigung nachvollziehen. „Ich fände es aber trotzdem gut, bei Bedarf so etwas wie eine Zwischenreinigung möglich zu machen.“ Zusätzlichen Reinigungsfahrten seien in der Regel nicht vorgesehen, sagt Werner auf Nachfrage. Die FES wisse aber prinzipiell, wo viel Laub liege, und dort werde bereits planmäßig häufiger gereinigt. „Gesunde Bäume lassen eben im Herbst viele Blätter fallen. Darüber sollten wir uns doch alle freuen“, sagt er. Insgesamt sei es häufig so, dass ein Trupp kaum mit einer Straße fertig sei – und schon das nächste Blatt zu Boden falle. (ANNA LAURA MÜLLER)

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