Kampfzone Freßgass: Tierliebhaber treffen auf Bratwurstfans.

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Gespräche mit der Sensenfrau auf der Hauptwache in Frankfurt


  • Oliver Teutsch

    VonOliver Teutsch
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Tierwohlorganisationen ringen in der Innenstadt um Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Konzertierte Aktionen und Die-In an der Alten Oper.

An der Hauptwache steht die Sensenfrau. Sie ist sehr gesprächig und gibt gerne Auskunft, vor allem wenn es um Fragen zum Tierwohl geht. In dem Kostüm mit Sense steckt Jaqueline Herth-Sanders, Leiterin des Peta-II-Streetteams. Die römische Zwei bezeichnet die Untergruppe der Tierrechtsorganisation, die sich verstärkt um die Aufklärung der Jugend bemüht. „Unsere Flyer sind von der Sprache her etwas drastischer.“ Genauso wie die Kostüme.

Aber wer sich am Samstagnachmittag auf der Zeil behaupten will, der muss schon etwas bieten. Herth-Sanders sagt, dass es nicht nur Jugendliche seien, die das Gespräch suchten. „Die Leute glauben immer noch, das würde stimmen, was auf den Verpackungen zu sehen ist von wegen glücklichen Kühen und so.“ Viele seien dann erschrocken, wenn sie hörten, wie es auf so einem Tiertransport durch Europa zugehe. Solche „Horrorfahrten“ zu beenden, ist daher auch das Ziel der Kampagne, die Peta im August europaweit anstrebt. Auf den Einwand der Fleischindustrie, die Grünen wollten erst Schlachthöfe verbieten und jetzt die dadurch notwendig gewordenen langen Transportfahrten, hat Herth-Sanders auch eine Antwort: „Die ganz logische Konsequenz ist, überhaupt kein Fleisch mehr zu essen.“

Mit dieser Forderung ist Peta am Samstag in der Innenstadt nicht alleine. Die Ortsgruppe Rhein-Main von Animal Rights Watch setzt sich für die Schließung von Schlachthäusern ein und geht die Sache konstruktiv an: An ihrem Stand verschenkt die Organisation Kochbücher zur veganen Ernährung oder für Rohkost.

Die Organisation Ärzte gegen Tierversuche ist froh über die Unterstützung Gleichgesinnter auf der Zeil. Acht Tage lang sammelt die Organisation in Frankfurt Unterschriften gegen Tierversuche. Am Freitag auf der Leipziger Straße sei das noch ein bisschen einfacher gewesen. „In ihrer eigenen Umgebung nehmen sich die Leute eher Zeit“, sagt ein Helfer. In der Innenstadt an einem Samstag seien die meisten auf der Durchreise. Da habe eine Präsenz mehrerer Organisationen einen „verstärkten Effekt“.

Aber die Organisationen wollen nicht nur auf Laufkundschaft warten. Daher setzt sich gegen 14 Uhr ein Demozug mit etwa 150 Tierschützerinnen und Tierschützern in Bewegung. „Artgerecht ist nur die Freiheit“, steht auf dem Demowagen und die Aktiven sind ordentlich laut, vor allem gleich zu Anfang auf der Freßgass, die nicht als Hochburg der Tierschützer gilt. „Auf Kosten der Tiere“, schallt es einem verdutzten Mann entgegen, der sein Bratwurstbrötchen isst.

Am Opernplatz gibt es dann einen „spontanen Die-in“, wie ein Organisator per Megafon ankündigt. Die Demonstrierenden lassen sich dafür alle zeitgleich zu Boden sinken, um das massenhafte Tiersterben zu symbolisieren. Die Sensenfrau hat damit nichts zu tun.

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