Die Schönheit des Fingertiers liegt im Auge des Betrachters.

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Frankfurter Zoo: Mein Schaaaatz!


  • Thomas Stillbauer

    VonThomas Stillbauer
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Der Tierpark freut sich über ein kleines Aye-Aye als wertvollen Beitrag zur Fingertierpopulation. Um die seltenen Wesen ranken sich Legenden.

Manche, beispielsweise die Leute im Frankfurter Zoo, finden: Aye-Ayes sehen aus wie Fabelwesen. Andere, ohne da jetzt ins Detail gehen zu wollen, halten das Aye-Aye für das zweithässlichste Tier der Welt, knapp hinter dem Nacktmull, der vorige Woche ganz groß herauskam – ebenfalls im Frankfurter Zoo.

Die Natur macht da keine Unterschiede, was Attraktivität angeht, und der Zoo auch nicht. Er freut sich gemeinsam mit Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig (SPD): „Eine Fingertiergeburt ist immer eine Sensation.“ Weil sie so selten sind. Die allergrößte Sensation war es daher, als 2010 ebenfalls in Frankfurt das erste deutsche Fingertier auf die Welt kam. Muttertier Kintana ruhte sich nicht auf dem Ruhm aus, sondern legte nach. Das Söhnchen, schon am 26. Oktober geboren, lebt bislang zurückgezogen mit seiner Familie, zu der noch Vater Vinny und Bruder Kimala zählen. Bis sich der Jüngste in der Anlage blicken lässt, wird es noch dauern.

Dobby oder Gollum?

Solange kann sich die interessierte Öffentlichkeit wieder mit der Frage beschäftigen: Hat das Aye-Aye mehr Ähnlichkeit mit dem Hauself Dobby von Harry Potter – oder mit dem Ex-Hobbit Gollum aus „Der Herr der Ringe“, der ganz besonders heiß auf den Ring ist („Mein Schaaaatz!“)? Insofern ist die Einstufung als Fabelwesen ja durchaus treffend. Besonders der lange Mittelfinger des Geschöpfs, versehen mit einer Kralle, fällt ins Auge. Daher der Name Fingertier.

Auf der Insel Madagaskar, dem einzigen Ort, an dem Aye-Ayes natürlicherweise leben, kursieren haarsträubende Geschichten: dass Fingertiere allen Leuten ein Kissen aus Gras flechten, die im Wald schlafen – und wenn das Kissen beim Aufwachen unter dem Kopf liegt, wird man reich. Liegt es jedoch unter den Füßen, verhext einen bald ein Zauberer. Eine andere madegassische Weisheit besagt, dass innerhalb eines Jahres stirbt, wer ein Fingertier tötet.

Leider hat das alles nicht dazu geführt, dass die kuriosen Lemuren besonders gehätschelt würden. Laut Roter Liste sind sie stark vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum schwindet, dahingerafft von Waldzerstörung und extremer Dürre im Süden der Insel. Das wirkt sich auf die gesamte einzigartige Biodiversität Madagaskars aus, berichtet Zoo-Kurator Johannes Köhler, auch auf die Lebensgrundlage der Menschen.

Hinzu kommt, dass Aye-Ayes sich nur langsam fortpflanzen, etwa alle zwei Jahre ein Junges. „Umso wichtiger ist es, dass sich der Nachwuchs gut entwickelt“, sagt Köhler. Der Zoo tut alles, um seinen Beitrag zu leisten. Für seinen jüngsten Schatz.

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