Für die meisten Schülerinnen und Schüler ist es inzwischen Routine, sich zwei- bis dreimal in der Woche selbst zu testen. dpa

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Frankfurter Schule: Präsenzunterricht ausgesetzt


  • Sandra Busch

    VonSandra Busch
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Eine siebte Klasse einer Frankfurter Schule muss wegen mehrerer Infizierter zu Hause lernen. Das Gesundheitsamt sieht aber keine Ausbrüche an Frankfurter Schulen.

An der IGS Nordend in Frankfurt kommen die schlechten Nachrichten gerade Schlag auf Schlag. Hier ein Corona-Fall in der neunten Klasse, dort ein Corona-Fall in der achten und in der zehnten. Aber vor allem im Jahrgang 7 geht das Virus um: Elf von 100 Kindern im Jahrgang sowie eine Lehrkraft sind derzeit infiziert. „Wir sind bisher gut durch die Pandemie gekommen“ sagt Schulleiterin Susanne Frye. In den Wochen zwischen den Sommer- und Herbstferien habe es insgesamt vielleicht sieben oder acht Fälle an der integrierten Gesamtschule gegeben. „Doch jetzt brodelt es.“

Fällt der Antigen-Test eines Kindes positiv aus, wird es nach Hause geschickt. Bestätigt der PCR-Test das Ergebnis, testet sich die gesamte Klasse zwei Wochen lang jeden Tag und es gilt die Maskenpflicht auch am Platz. So ist das gängige Verfahren derzeit. Als an der IGS Nordend in einer Klasse vier PCR-bestätigte Fälle von Schüler:innen und einer von einer Lehrkraft vorlagen, wurde der Präsenzunterricht in Absprache mit dem Gesundheitsamt zwei Tage lang für diese Klasse ausgesetzt. Montag und Dienstag blieben die Schüler:innen zu Hause. Um eine eventuelle Infektionskette zu unterbrechen, sagt Frye. Am Mittwoch durften die Schüler:innen zurückkehren, wenn sie am Abend vorher einen Bürgertest gemacht hatten. Der natürlich negativ gewesen sein musste.

Warum im Jahrgang 7 viele Kinder infiziert sind – auch geimpfte Kinder sind darunter –, kann sich Frye nicht erklären. „Man vermutet Halloweenpartys dahinter“, sagt sie. „Aber die Kinder kennen sich untereinander zum Teil gar nicht.“ Das Virus werde weitergeschleppt und verbreite sich. Sie höre inzwischen auch vermehrt von Fällen an anderen Schulen, sagt Frye.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte am Montag erklärt, dass sich die Ansteckungszahlen an den hessischen Schulen in der ersten Woche nach den Ferien sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Schüler:innen auf einem moderaten Niveau bewegten. Die überwältigende Zahl der Selbsttests sei negativ gewesen. Keine Schule im Land habe geschlossen werden müssen. „Das regelmäßige Testen an unseren Schulen hat sich also sehr bewährt.“

Von mehr als 1,5 Millionen während der Ferienbetreuung und in der ersten Woche nach den Ferien in den Schulen durchgeführten Selbsttests seien 875 positiv gewesen, teilte Lorz mit. Dabei habe es sich um 858 Schülerinnen und Schüler sowie 17 Lehrkräfte und sonstiges Personal gehandelt. Durch einen PCR-Test bestätigt positiv seien dann noch 545 Personen gewesen: 532 Schülerinnen und Schüler sowie 13 Lehrkräfte und sonstiges Personal.

Die Positivquote habe damit am Ende der vergangenen Woche bei den Schüler:innen bei 0,04 Prozent und bei Lehrkräften sowie dem übrigen an Schulen beschäftigten Personal bei 0,02 Prozent gelegen. „Trotzdem müssen wir natürlich wachsam bleiben“, betonte Lorz. „Denn unser Ziel ist es, den gesamten Winter über Präsenzunterricht anzubieten.“

An der IGS Nordend fühlen sich die Zahlen nicht so moderat an, wie der Minister sie für die erste Woche nach den Ferien beschrieben hat. Dass „der Präsenzunterricht absolute Priorität hat, ist gut so“, sagt Frye. Diese Maxime der Landesregierung sei richtig. Aber die Zahlen seien natürlich über ganz Hessen gerechnet. „Frankfurt hat eine der höchsten Inzidenzen, das muss man ja auch regional betrachten und vielleicht hier sinnvolle andere Maßnahmen ergreifen.“

Zum Beispiel die Maske auch während des Unterrichts am Platz tragen. Am Montag waren die beiden Präventionswochen nach den Herbstferien vorbei. Nun muss keine Maske mehr am Platz getragen werden. „Das jetzt fallen zu lassen, ist zu früh“, sagt Frye. „Natürlich ist es anstrengend, den ganzen Tag die Maske zu tragen, aber es ist sinnvoll.“ Auch Frankfurts Stadtelternbeirätin Rafaela Hartenstein findet, dass bei weiter steigenden Zahlen über das Tragen der Maske nachgedacht werden müsste. „Viele Schülerinnen und Schüler sind nicht geimpft und haben ein höheres Infektionsrisiko“, sagt sie. Die Maske sei ein wirksames Mittel und es hätten sich viele auch inzwischen daran gewöhnt.

Im Frankfurter Gesundheitsamt hat man die Präventionswochen noch nicht fertig ausgewertet. „Es gab aber keine Ausbrüche an Schulen“, sagt Wiebke Reimann, Sprecherin des Amtes. Die Lage sei grundsätzlich ruhig, obwohl regelmäßig getestet werde. „Es gibt natürlich Fälle an Schulen“, sagt Reimann. Bisher hätten die einzelnen Fälle in den Schulen immer sehr schnell und zuverlässig identifiziert werden können. So hätten Ausbrüche verhindert werden können. An der IGS Nordend sei die eine Klasse aber in den Distanzunterricht geschickt worden.

Das Gesundheitsamt könne über eine Maskenpflicht verfügen, „wenn diese Maßnahme als notwendig und verhältnismäßig erachtet wird und dazu eine Rechtsgrundlage besteht“. mit dpa

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