Helena Heilig stellt ihre Fotos im Sofitel Opera aus. Das Bild hinter ihr zeigt die Betreiberinnen von „Café Steinchen“ in München.

Frankfurt: Wirte im Lockdown, Details wollten wir unter der Überschrift Frankfurt: Wirte im Lockdown für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mitteilen. Details zu unseren News mit dem Titel Frankfurt: Wirte im Lockdown finden Sie in unserem Artikel..

Frankfurt: Wirte im Lockdown


  • Anja Laud

    VonAnja Laud
    schließen

Die Fotografin und Künstlerin Helena Heilig zeigt im „Sofitel Opera“ in Frankfurt Bilder von einer Gastronomie im Ausnahmezustand.

Im „Fürstenhof“ in Leipzig sind Sessel und Stühle mit weißen Laken abgedeckt, in der „Margarete“ in Frankfurt stapeln sich die Kartons für Menüs zum Mitnehmen. Für ihr Fotoprojekt „Wirte im Lockdown“ ist die Münchner Fotografin und Künstlerin Helena Heilig im ersten und zweiten Lockdown über 5500 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland gereist, um diesen Ausnahmezustand zu dokumentieren. Von den 192 Bildern, die sie in dieser Zeit von Gastronominnen und Gastronomen in ihren Betrieben gemacht hat, sind 21 der Schwarz-Weiß-Aufnahmen von heute an im „Sofitel Frankfurt Opera“ am Opernplatz zu sehen.

Auf die Idee, Wirtinnen und Wirte in ihren leeren Gaststätten zu fotografieren, brachte Helena Heilig im Frühjahr 2020, als der erste Lockdown gerade begonnen hatte, ein Freund, der Concierge ist. „Er schickte mir eine Whatsapp, in der er mir schrieb, diese leeren Restaurants, das musst du unbedingt dokumentieren“, erzählt Helena Heilig. Für das Kunstprojekt tat sie sich mit der Journalistin Susanne Fiedler zusammen, die die Idee hatte, Texte zu den Bildern zu verfassen. Gemeinsam besuchten sie 26 Restaurants, Bars und Cafés in München. Die Fotografin machte Bilder, die Journalistin schrieb auf, was ihr die Gastronominnen und Gastronomen beim etwa einstündigen Fototermin von ihrem Leben erzählten.

Für November 2020 planten Helena Heilig und Susanne Fiedler eine Ausstellung mit Bildern und Texten aus dem ersten Lockdown, dann begann der zweite Lockdown, und aus der Ausstellung wurde nichts. „Dieser zweite Lockdown hat aber dazu geführt, dass dieses Projekt, eigentlich ungeplant, so groß geworden ist“, erzählt die Fotografin.

Ausstellung

Die Ausstellung „Wirte im Lockdown“ der Münchner Fotokünstlerin Helena Heilig ist von heute bis zum 30. Mai im Sofitel Frankfurt Opera, Opernplatz 16, in Frankfurt zu sehen.

Für Besucher:innen gilt die 2G+-Regelung, das heißt, sie müssen an der Rezeption nachweisen, dass sie genesen oder geimpft sind und einen Corona-Test gemacht haben. Personen, die bereits ihre Auffrischungsimpfung erhalten haben, sind von der Testpflicht ausgenommen.

Der Bildband „Wirte im Lockdown“ ist an der Rezeption erhältlich oder kann online geordert werden. lad
https;//wirte-im-lockdown.de

Sie reiste nach Berlin, um dort Gastronominnen und Gastronomen zu besuchen. Zurück nach München kam sie nicht. Gastwirtinnen und -wirte luden sie ein, nach Hamburg zu kommen. „Ich habe mich in Berlin gleich in den Zug gesetzt und bin weitergefahren“, erzählt sie.

Aus dem auf München begrenzten Kunstprojekt wurde ein bundesweites. Weitere deutsche Großstädte standen bald auf ihrem Reiseplan. Insgesamt fotografierte sie 192 Menschen aus der Gastronomie. Da Susanne Fiedler nicht mehr alles selbst dokumentieren konnte, beteiligten sich weitere Journalistinnen und Journalisten an dem Projekt.

„Die Leute waren sehr empfänglich für unser Anliegen. Sie hatten auf einmal Zeit, etwas, das sie davor nicht hatten. Einer sagte mir, jetzt kann ich endlich mal schlafen“, sagt Helena Heilig. Allerdings habe sich die Stimmung der Porträtierten in den beiden Lockdowns unterschieden. Im ersten Lockdown seien alle eher zuversichtlich gewesen, dass die Pandemie bald vorüber sei. Im zweiten Lockdown sei die Stimmung düsterer gewesen, weil ein Ende des Ausnahmezustands nicht absehbar ist.

Die Ausstellung war mit unterschiedlichen Schwerpunkten schon in München und in Reutlingen zu sehen. „Hier sind natürlich alle Wirtinnen und Wirte zu sehen, die ich in Frankfurt besucht habe“, sagt die Fotografin zu der Ausstellung, die bis 30. Mai im „Sofitel Frankfurt Opera“ gezeigt wird.

Wer nach dem Besuch der Ausstellung Lust auf mehr hat: „Wirte im Lockdown“ gibt es mit allen 192 Porträts auch als Bildband. Die Publikation des Buches hat Helena Heilig über eine Crowdfunding-Aktion finanzieren können. Einen Traum für die Zeit nach der Pandemie hat die Münchnerin bereits. „Ich würde gerne alle Gaststätten besuchen, um sie zu sehen, wenn sie nicht mehr leer sind“, sagt sie.

Gastronomin Badia Ouahi in „Badia’s Kitchen“, dem Restaurant und Café in der Schirn, während des Shutdowns.

+

Gastronomin Badia Ouahi in „Badia’s Kitchen“, dem Restaurant und Café in der Schirn, während des Shutdowns.

Bir cevap yazın