Sabine Andresen übernimmt an der Universität neue Aufgaben.

Frankfurt: Sabine Andresen verlässt die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, Details wollten wir unter der Überschrift Frankfurt: Sabine Andresen verlässt die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mitteilen. Details zu unseren News mit dem Titel Frankfurt: Sabine Andresen verlässt die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs finden Sie in unserem Artikel..

Frankfurt: Sabine Andresen verlässt die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs


  • Jutta Rippegather

    VonJutta Rippegather
    schließen

Die Pädagogin wird Dekanin für Erziehungswissenschaften in Frankfurt. Sie drängt darauf, dass die Unabhängigkeit des Gremiums erhalten bleibt.

Sabine Andresen zieht sich vom Vorsitz der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs zurück. Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau nennt sie dafür drei Gründe: Die zusätzliche Aufgaben, die sie zum 1. Oktober als neue Dekanin des Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt erwarten. Dass sie nach fünfeinhalb Jahren ohne Urlaub eine Verschnaufpause benötige. Und dass ein regelmäßiger Personalwechsel einem ehrenamtlichen Gremium guttue, weil er „neue Impulse“ liefere. Bedauerlich sei, dass sie zum Monatsende aufhört, ohne dass eine Nachfolge feststeht. „Leider ist es nicht gelungen, rechtzeitig eine Nachbesetzung zu benennen.“

Das Gremium

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs ist angesiedelt beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Grundlage ist eine Beschluss des Deutschen Bundestages von 2015, der 2019 um weitere fünf Jahre bis 2023 verlängert wurde..

Die sieben ehrenamtlichen Mitglieder untersucht Ausmaß, Art und Folgen der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. jur

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, hatte Andresen 2016 zur Vorsitzenden der Unabhängigen Kommission ernannt. Ein „wichtiges und wegweisendes Projekt“ auf Bundesebene, dessen Arbeit unbedingt weitergeführt werden müsse. „Unabhängigkeit ist wichtig für die Legitimation“, mahnt die Pädagogin. „Wer die Unabhängigkeit einschränken will, tut der Sache keinen Dienst.“ Ihre persönliche Bilanz fällt durchweg positiv aus: „Die Gespräche und der fachliche Austausch mit Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erlitten haben, waren eine wertvolle, unersetzbare Erfahrung für mich.“ Sie werde sich auch weiter für die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs einsetzen. „Unsere Arbeit hat gezeigt, dass das eine gesellschaftliche Aufgabe ist.“

Rörig lobte die Frankfurter Professorin: „Sie hat damit einen unschätzbar großen Beitrag für die Aufarbeitung dieses wichtigen gesellschaftspolitischen Themas und die Anerkennung des Leids von Betroffenen geleistet.“ Sie habe die Arbeit des Gremiums maßgeblich geprägt, betonten ihre sechs verbliebenen Mitstreiter:innen. „Besonders wichtig war ihr, ein Gesprächsklima zu schaffen, das vor allem von sexueller Gewalt Betroffenen die Möglichkeit eröffnete, ihr Erleben und ihre Forderungen in einem sicheren Rahmen zur Sprache zu bringen.“

Der Betroffenenrat bedankte sich dafür, dass es nicht nur bei der individuellen Zeugenschaft der Anhörungen geblieben ist. „Gerade in den vielfältigen Formaten wie öffentlichen Hearings oder Werkstattgesprächen, aber auch in den Berichten und Forschungsprojekten ist es der Kommission gelungen, immer wieder konsequent gesellschaftliche und institutionelle Strukturen zu benennen, die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche begünstigen.“ Andresen habe sich für die Belange der Betroffenen stets starkgemacht. „Beharrlich stand sie für das Ziel, Aufarbeitung als wesentliche Grundlage für das Hinsehen und somit verbesserte Prävention gesellschaftlich begreifbar zu machen.“

Bir cevap yazın