Der „rote Teppich“ für die Radfahrenden. Michael Schick

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Frankfurt: Roter Radweg in Sachsenhausen


  • Florian Leclerc

    VonFlorian Leclerc
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Die Stadt hat einen Abschnitt auf der Walter-Kolb-Straße im Süden Frankfurts markiert. Über die Ausweitung des Radnetzes über die Schweizer Straße berät nun der zuständige Ortsbeirat.

Wer mit dem Rad über die Alte Brücke nach Sachsenhausen fährt, kann nun den Radweg auf der Walter-Kolb-Straße nehmen. Der Radweg ist 2,30 bis 3 Meter breit und etwa 400 Meter lang. Er liegt zwischen Elisabethenstraße und Oppenheimer Landstraße.

Um die Gefahr des „Doorings“, also von sich plötzlich öffnenden Autotüren für den Radverkehr zu minimieren, wurden Parkplätze zwischen Radweg und Fahrbahn verlegt. Das führt am Donnerstag dazu, dass ein Paketdienstleister so parkt, dass die Autos, die auf Höhe der Elisabethenstraße über die Abbiegespur einen U-Turn machen wollen, nicht um die Kurve kommen und zurücksetzen müssen.

„Der Knotenpunkt Walter-Kolb-Straße und Elisabethenstraße ist noch nicht ideal“, räumt Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) ein. Nicht ideal heißt auch, dass der Autoverkehr, der von der Walter-Kolb-Straße in die Elisabethenstraße will, den Radweg kreuzen muss. Das birgt die Gefahr von Unfällen.

Dennoch sei der Radweg auf der Walter-Kolb-Straße ein „roter Teppich“, den die Stadt den Radfahrerinnen und Radfahrern ausgerollt habe, sagt Majer. Langfristig soll die Kreuzung Walter-Kolb-Straße und Elisabethenstraße fahrradfreundlich umgestaltet werden. Das gehe zusammen mit der Umgestaltung der Brückenstraße zur fahrradfreundlichen Nebenstraße.

Majer ist, wie Bertram Giebeler vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt, mit dem Rad zum Oppenheimer Platz gekommen. Beide haben die „Cycle Lane Separators“ gesehen, welche Menschen im Auto hindern, auf den Radweg zu fahren, und die etwa 30 Fahrradbügel, die neu hinzugekommen sind. Nicht mehr zu sehen sind acht Bewohnerparkplätze und fünf bewirtschaftete Parkplätze – sie fielen weg.

Der Radweg gefalle ihm gut, sagt Giebeler. Er regt an, den Radweg nach Norden und nach Süden zu verlängern. „Wir bräuchten eine richtige Nord-Süd-Achse von Bad Vilbel über Sachsenhausen nach Neu-Isenburg.“ Auf dieser Achse gebe es noch einige Lücken, welche die Stadtregierung in dieser Wahlperiode schließen könnte.

Eine der Lücken sei zwischen Friedberger Platz und Matthias-Beltz-Platz im Nordend, ergänzt die Landschaftsarchitektin Rebecca Faller, die sich beim Radentscheid Frankfurt engagiert. Die andere Lücke ist mit bloßen Augen zu sehen: Der „rote Teppich“ endet an der Oppenheimer Landstraße. Zwischen Oppenheimer Landstraße über die Gartenstraße zum Otto-Hahn-Platz muss der Radverkehr ungeschützt neben den Autos fahren. Vom Otto-Hahn-Platz wiederum soll dereinst ein Radschnellweg weiter nach Darmstadt führen.

Wie es mit dem Radweg von der Oppenheimer Landstraße zum Otto-Hahn-Platz weitergehe, hänge von der Diskussion im Ortsbeirat 5 ab, sagt Majer. Das Gremium will sich am Freitag, 3. Dezember, zu einer Sondersitzung treffen, um über die Umgestaltung der Schweizer Straße und des Schweizer Platzes zu beraten. In diesem Zusammenhang sei auch die Netzlücke zu betrachten.

Als Ziel gibt er vor, künftig mehr zusammenhängende Radwege bauen zu wollen. „Wir müssen weg von den isolierten Maßnahmen, es muss eine Netzwirkung entstehen.“

Die Stadtgesellschaft sieht Majer dabei auf der Seite des Radverkehrs. „Die Menschen wollen, dass sich etwas verändert, das hat der Radentscheid gezeigt, der eine enorme Dynamik hervorgebracht hat.“ Auch die Politik habe sich bewegt.

Majer erinnert daran, wie er vor sieben Jahren dem damaligen Koalitionspartner CDU mit viel Mühe die Schutzstreifen auf der Alten Brücke abgetrotzt habe. „Damals hieß es, wenn wir eine Fahrspur wegnehmen, staut sich der Verkehr bis zur Autobahn.“ Auch auf der Walter-Kolb-Straße wurde eine Fahrspur weggenommen, die Kraftfahrzeuge fahren nun über eine 3,50 Meter breite Fahrbahn.

Der Verkehr brach daraufhin nicht zusammen.

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