Mehr und schneller Solar aufs Dach – eine Forderung der Klimaschützer.

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Frankfurt: Mehr Tempo fürs Klima


  • Thomas Stillbauer

    VonThomas Stillbauer
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Eine Initiative macht im Umweltausschuss des Frankfurter Stadtparlaments Druck: „Nicht mehr prüfen, sondern machen!“

Mit wachsender Ungeduld verfolgt die Klimaschutzinitiative Riedberg (KIR) die Klimapolitik der Frankfurter Koalition – das machte die Gruppe am Donnerstagabend im Umweltausschuss des Stadtparlaments deutlich. „Die Zeit drängt“, redete eine Delegation den Stadtverordneten ins Gewissen.

„Wir brauchen einen Plan, und wir brauchen Menschen in der Verwaltung und der Politik, die ihn umsetzen“, sagte eine KIR-Sprecherin. Ohne konkrete Maßnahmen, die an den großen Stellschrauben zur CO2-Reduzierung ansetzen, „werden wir das 1,5-Grad-Ziel nicht erreichen“.

Den Plan gibt es längst: 2015 brachte das Fraunhofer Institut den „Masterplan 100 % Klimaschutz“ auf den Weg. Frankfurt war als eine der ersten Kommunen dabei, plante mit – aber: Leider sei seitdem nicht viel Zählbares passiert. „Ein Schatz, der nie wirklich gehoben wurde“, kritisierte die Sprecherin. Ihr Appell: „Nicht mehr prüfen, sondern machen!“

Es sei zu befürchten, dass auch unter der neugewählten Stadtregierung wieder viel Zeit mit Prüfaufträgen, Dokumenten und Studien vergeudet werde. Der Ausschuss befasse sich nicht mit den „Big Points“, also etwa mit dem Umbau der Energieversorger auf Strom aus erneuerbaren Quellen oder mehr Solarstrom von den Dächern ohne hohe bürokratische Hürden.

„Wo sind die personellen Ressourcen für ambitionierten Klimaschutz?“, fragt die Initiative. Nach Auskunft des Amts für Bau und Immobilien seien mit dem vorhandenen Personal aktuell nicht mehr als zwölf Photovoltaikanlagen jährlich zu schaffen.

Zu langsam gehe es auch beim Ersatz für gefällte und abgestorbene Bäume. Was bisher geschehe, überzeuge die Initiative nicht. Sie fordert daher, die Schritte des Masterplans „unverzüglich und entschlossen umzusetzen“, etwa mit Zwischenzielen zur Motivation, und regelmäßig über den Stand der Dinge zu berichten, und das „klar, verständlich und engmaschig“.

Die KIR engagiert sich seit Anfang 2020 und betont: Individuelles Handeln allein genüge nicht. „Die Politik wird gebraucht, gerade auf kommunaler Ebene.“ Sie entscheide, woraus der Energiemix des Stroms bestehe, aus welchen Quellen die Fernwärme komme, und wie gut die Menschen mit dem Fahrrad, mit Bus oder Bahn in der Stadt vorankämen.

Bürgerbegehren gestartet

Für den Donnerstagabend mussten sich die Mitglieder der Klimaschutzinitiative aufteilen: Die einen gingen in den Umweltausschuss, die anderen zum Start des Bürgerbegehrens durch die Initiative Klimaentscheid. Davon mehr in der Samstagausgabe.

Die Initiative KIR wird auch bei der Sitzung des Ortsbeirats 12 am heutigen Freitag präsent sein. Dort steht die Gestaltung des Areals auf der Tagesordnung. „Die Hitze auf dem Riedbergplatz ist schon seit vielen Jahren ein großes Problem“, sagt Ina Mirel von KIR. Im Sommer hatten Geografiestudierende der Goethe-Universität die Temperaturen im Rahmen eines Projektseminars erfasst. Die Messungen ergaben einen Höchstwert von 69,7 Grad Celsius. „Eine Umgestaltung ist deshalb dringend notwendig“, so Ortsvorsteherin Ulrike Neißner (Grüne) gegenüber der FR.

Dieses Jahr wurde auf dem Platz schon zum zweiten Mal eine mobile Pflanzenwand, das sogenannte Grüne Zimmer, aufgestellt, um zumindest lokal für etwas Abkühlung zu sorgen. Dieses sei auffällig häufig frequentiert worden, weil es Schatten biete, hat Ina Mirel beobachtet. Eine Lösung für den gesamten Platz biete es allerdings nicht.

Die KIR und der Ortsbeirat 12 setzen sich schon länger für die Umgestaltung des Quartierplatzes ein. Im Sommer kam es deshalb zu einem Ortsbesuch mit einem Vertreter des Grünflächenamts und einem zuständigen Architekten. „Wir haben damals einen Entwurf mit unseren Vorstellungen eingebracht, in den auch viele Ideen von Riedbergern eingeflossen sind“, berichtet Ina Mirel.

Konkrete Pläne seien im Sommer aber noch nicht gemacht worden. „Es sollen möglichst viele zusätzliche Bäume gepflanzt werden“, sagt Ortsvorsteherin Neißner. Allerdings müsse auch der Wochenmarkt berücksichtigt werden, der samstags auf dem Riedbergplatz stattfindet. Deshalb befinden sich auch viele Versorgungsleitungen unter dem grauen Pflaster. „Das macht die Unternehmung natürlich nicht einfacher.“ Die Zusage vom Umweltdezernat für die Finanzierung des Projekts liegt bereits vor.

Der Ortsbeirat 12 trifft sich am Freitag, 26. November, um 20 Uhr im Saalbau Nidda, Harheimer Weg 18-24 (Bonames). Der Platz ist begrenzt, Gäste müssen eine Maske tragen.

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