Offener Austausch bei der Gründung der Bürgerinitiative gegen Einsamkeit.

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Frankfurt: Gemeinsam gegen die Einsamkeit

Eine neue Bürgerinitiative will der Isolation von Menschen entgegenwirken.

Seit 2018 gibt es in Großbritannien ein Ministerium für Einsamkeit, das dafür sorgen soll Menschen gezielt aus der Isolation zu holen und mentale Gesundheit ins Blickfeld zu rücken. Nun wurde mit der Gründung einer Bürgerinitiative gegen Einsamkeit auch in Frankfurt ein erster Schritt getan, um das Problem der Vereinsamung anzugehen.

Bei einem ersten Zusammentreffen von Initiator:innen und interessierten Bürger:innen war zunächst Raum für eine Bestandsaufnahme und einen ersten Austausch zum Thema Einsamkeit in Frankfurt. „Wir erleben eine ungewöhnliche Zeit“, sagte Turgut Yüksel, Landtagsabgeordneter der SPD und einer der Inititator:innen, vor den rund 20 Menschen, die lose in einer Art Stuhlkreis zusammensaßen. Öffentlichkeit und Politik hätten sich in den vergangenen fast zwei Jahren viel damit befasst, wie Corona zu bekämpfen sei. Aber dabei sei die Gruppe aus dem Blick geraten, die sich an alle Regeln gehalten habe und zu Hause geblieben sei. Viele von diesen Menschen seien nach seiner Beobachtung nun durch die Isolation in die Einsamkeit gerutscht.

Pandemie beschleunigt

Dass Menschen nicht erst durch die Pandemie einsam geworden sind, wurde im anschließenden Austausch klar. Vielmehr habe Corona ein bereits vorhandenes Problem beschleunigt. Auch geht aus persönlichen Erzählungen hervor, dass es nicht nur ältere Mitbürger:innen trifft. Ob die Studentin, die ihre ersten Zeit nur in Onlinevorlesungen verbrachte, oder der Berufstätige der neben der Arbeit kaum mehr Zeit für soziale Kontakte findet – Einsamkeit kann alle Altersgruppen und Schichten treffen.

Die Runde, die zur Gründung zusammengekommen ist, besteht aus politischen Akteur:innen, Menschen aus sozialen und therapeutischen Berufen, aber auch aus Studierenden und Rentner:innen. Es solle keine Initiative der Vereine oder der Institutionen werden, betonte Yüksel, sondern eine Zusammenarbeit der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger.

Judith Merkies, Mitinitatorin und ehemalige Europaparlamentarierin, betont, Einsamkeit sei ein Problem, das nie ganz aus der Welt zu schaffen sei. Aber sie ist sich sicher, dass Präventation vor allem unter jungen Menschen helfen könne, entgegenzuwirken und sich auch die Einsamkeit bereits Betroffener lindern lasse.

Auch die Entabuisierung des Themas mentale Gesundheit und die Forderung nach einer Studie zum Thema Einsamkeit in der Region steht auf der Agenda der Initiative. Die Beteiligten hoffen außerdem auf die Zusammenarbeit mit schon engagierten Vereinen, Initiativen und Ehrenamtlichen in den Stadtteilen, um mehr Bürger:innen miteinzubinden.

Wer Interesse hat, sich in der Initiative zu engagieren, wendet sich an [email protected]

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Textes hatten wir eine falsche E-Mail-Adresse genannt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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