Monika Humpert (am Altar links) blickte hoffnungsvoll in die Zukunft.

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Frankfurt: Frauenpower im Kaiserdom


  • Steven Micksch

    VonSteven Micksch
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Ein Gottesdienst von Maria 2.0 zeigt Chancen einer feminineren Kirche. Die Hoffnung, dass der synodale Weg etwas ändert ist groß.

Walnüsse liegen am Samstagvormittag auf den Stufen zum Altar des Kaiserdoms St. Bartholomäus. Dazwischen Zettel mit dem Abbild der Taube als Symbol des Heiligen Geistes und direkt am Altar lehnt eine Uhr aus Pappe, auf der es fünf nach zwölf ist. Die Walnüsse sollen symbolisieren, welche harten Nüsse es in der katholischen Kirche zu knacken gibt, um der Kirche einen neuen Anstrich zu geben. Die Taube soll die weibliche Gestalt in der Dreifaltigkeit zeigen und steht damit auch sinnbildlich für das Organisationsteam von Maria 2.0 und ihren Forderungen nach Gleichberechtigung in der katholischen Kirche. „Die Uhr zeigt, dass es schon fünf nach zwölf ist, um unsere Forderungen umzusetzen“, sagt Marianne Brandt, Vorsitzende der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken.

Der Gottesdienst im Kaiserdom ist bewusst zum Abschluss der zweiten Synodalversammlung angesetzt, die in Frankfurt seit Donnerstag tagte. Beim synodalen Weg geht es um Themen wie Macht und Gewaltenteilung, Sexualität und Partnerschaft, priesterliche Existenz und die Rolle von Frauen in der Kirche. Rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörer sind zum Gottesdienst gekommen. Für die Vertreterinnen und Vertreter von Maria 2.0 geht es bei der Geschlechterfrage um gleiche Würde und gleiche Rechte auf beiden Seiten.

Jugend will Veränderung

Monika Humpert von Maria 2.0 sieht die Gruppe als Geburtshelferin für die neue Gestalt der Kirche. Die Rückmeldungen, die sie bisher aus der Synodalversammlung erhalten habe, seien sehr ermutigend. „Es ist mehr als ich erhofft hatte.“ Im Gespräch mit der FR vertieft sie diese Einschätzung. Es sei im Gremium eine gute Dynamik da. Man merke, dass sich die Bischöfe bei den Themen bewegten und nicht festgefahren seien. Zwar gebe es auch Gegenstimmen, aber auch diese Einwände würden gehört und berücksichtigt. „Ich glaube, die Dringlichkeit wurde verstanden.“

Den Gottesdienst gestaltet neben Marianne Brandt auch Bettina Ickstadt. Sie berichtet über die Geschichte von Jesus und der Frau am Brunnen, die im Johannes-Evangelium, Kapitel vier, niedergeschrieben ist.

Jesus rede mit der Frau, verwickle sie gar in ein theologisches Gespräch. Er verurteile sie trotz ihres Standes im Dorf nicht und traue ihr auch theologisch etwas zu. Am Ende spricht die Frau mit den Menschen im Dorf und viele von ihnen kommen zum Glauben. „Jesus stellt das damalige Frauenbild radikal infrage“, so Ickstadt. Am Ende lohne sich dieses Umdenken – ein Hinweis an die Kirche und den synodalen Weg.

Zwei Vertreterinnen der Katholischen Jugendbewegung sind ebenfalls vor Ort. Sie berichten, dass auch in der Kirchenjugend der Wunsch nach Veränderung bestehe.

Marianne Brandt unterstreicht das. Die Frauen wollen den Weg weitergehen, mit Tatkraft und Energie. Am Ende sei nichts unmöglich, auch wenn der Wunsch nach Veränderung nun schon seit Jahrzehnten da sei und sich bisher nichts getan habe. Die Hoffnung werde man nicht aufgeben. Die alten Zöpfe in der Kirche müssen eben ab.

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