Gemeinsames Gedenken in der Westend-Synagoge.

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Frankfurt: Erinnerung an die Pogromnacht als Mahnung


  • Helen Schindler

    VonHelen Schindler
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In der Westend-Synagoge wird der Opfer der Pogromnacht vor 83 Jahren gedacht und Entschlossenheit gegen Judenhass gefordert.

Am Abend des 9. auf den 10. November 1938 brannten Synagogen und jüdische Geschäfte in Deutschland, zehntausende Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet. Anlässlich der 83. Wiederkehr der Synagogenzerstörungen haben die Jüdische Gemeinde Frankfurt und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen am Dienstagabend zur Gedenkveranstaltung in die Westend-Synagoge eingeladen.

Jagd auf Juden

In der Nacht auf den 10. November 1938 sei in Frankfurt systematisch nach jüdischen Männern gesucht worden, die über die Festhalle zum Südbahnhof und von da aus zum Großteil nach Buchenwald gebracht wurden, wo 233 Männer aus Frankfurt starben, sagte Salomon Korn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Auch die männlichen Lehrkräfte des Philanthropins seien in Konzentrationslager verschleppt worden – ihnen widmet Korn die Gedenkveranstaltung. Am 24. Juni dieses Jahres wurden, 82 Jahre nach der letzten Abiturprüfung am Philanthropin, an der heutigen Lichtigfeld-Schule wieder Zeugnisse übergeben. „Das war ein Grund zur Freude für die jüdischen Gemeinde“, sagte Korn.

„Auch heute, 76 Jahre nach dem Ende der Schoah, sind Jüdinnen und Juden Hass und Gewalt ausgesetzt“, betonte Korn. Die Pandemie sei zu einer Hochzeit von antisemitischen Parolen geworden, die Zahl der judenfeindlichen Straftaten in Deutschland so hoch wie nie seit Beginn der Zählung im Jahr 2001 und die Strategien zur Bekämpfung von Israelhass und Antisemitismus hätten keine Wirkung. „Zeigen Sie Entschlossenheit und Härte im Kampf gegen rechte Gewalt und antisemitisches Denken!“, appellierte Korn an die künftige Bundesregierung.

Die Journalistin Souad Mekhennet sprach über den Verlust der Freiheit: „Die Erinnerung an die Pogromnacht muss uns Mahnung sein“, sagte sie. Der Verlust der Freiheit sei unheilvoller Vorbote der Pogromnacht gewesen. „Zu lange wurde weggeguckt, zu lange die Unterwanderung der Institutionen geduldet.“

Auch heute müssten wir uns fragen, wie wir uns verhielten, wenn es Hetzjagden gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger gebe. Es sei eine Pflicht, denen zur Seite zu stehen, deren Freiheit in Gefahr ist. „Ausgrenzung und Hass in unserer Mitte haben erschreckend zugenommen. Wir beginnen, uns an den Verlust der Freiheit zu gewöhnen und damit an die Angst. Aber wir dürfen der Angst nicht erlauben, uns zum Schweigen zu bringen. Der Staat muss entschiedener gegen die Feinde der Freiheit vorgehen.“

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