Die Demonstrierenden zogen am Samstag durch den Riederwald.

Frankfurt: Der Fechenheimer Wald bleibt besetzt, Details wollten wir unter der Überschrift Frankfurt: Der Fechenheimer Wald bleibt besetzt für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mitteilen. Details zu unseren News mit dem Titel Frankfurt: Der Fechenheimer Wald bleibt besetzt finden Sie in unserem Artikel..

Frankfurt: Der Fechenheimer Wald bleibt besetzt


  • Florian Leclerc

    VonFlorian Leclerc
    schließen

Bei einer Demonstration gegen den Ausbau der Autobahn im Frankfurter Osten ziehen mehr als hundert Menschen zum Fechenheimer Wald.

Auf einer Demonstration haben am Samstag mehr als hundert Menschen gegen die Rodung des Waldgebiets Teufelsbruch und von Teilen des Fechenheimer Waldes für den Bau des Autobahnabschnitts zwischen A66 und A661 in Frankfurt protestiert. Das Motto lautete „Fecher bleibt“. Angemeldet war die Demonstration von einer Privatperson. Unterstützt wurde sie von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter BUND Frankfurt, VCD Rhein-Main, Greenpeace und Attac Frankfurt, Ende Gelände und Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn, Koala Kollektiv und der Bürgerinitiative Riederwald.

Essen wird gespendet

Bei nasskaltem Wetter zogen die Demonstrierenden von der U-Bahn-Station Schäfflestraße über die Straße Am Erlenbruch zur Wächtersbacher Straße und durch das Grüngebiet Teufelsbruch zu dem Baucontainer mit einer Mahnwache an der U-Bahn-Haltestelle Kruppstraße. Dort trafen sie die zumeist jungen Aktivistinnen und Aktivisten, die den Fechenheimer Wald besetzt halten. Im Wald sind einige Baumhäuser, Plattformen und Traversen errichtet. Weitere Konstruktionen sollen im Teufelsbruch hinzukommen, kündigte der Aktivist mit dem Decknamen Hermano gegenüber der Frankfurter Rundschau an.

„Wir wollen den Winter über im Fechenheimer Wald bleiben“, sagte er. Im Baucontainer ist ein kleiner Ofen, in dem mit Holz geheizt wird, ein Tisch, Sitzgelegenheiten, Bücher und Tee. Aktivistinnen und Aktivisten brachten am Samstag Essen von Foodsharing vorbei, darunter Bagel, belegte Brötchen und Nikoläuse aus Hefeteig. Suppe und Kaffee wurden verteilt.

„Wir sind hier, um einen Wald zu verteidigen“, sagte Malina von Koala Kollektiv. Angesichts des Klimawandels sei der Ausbau der Autobahn zwischen A66 und A661 unverantwortlich. Die Klimaverhandlungen in Glasgow seien enttäuschend verlaufen. „Klimaschutz beginnt hier vor unserer Haustür“, sagte sie.

Der Ausbau

Der geplante Lückenschluss zwischen A66 und A661 im Frankfurter Osten wird 2,2 Kilometer lang. Die Hälfte soll im Tunnel verlaufen. Die Bauzeit ist von 2023 bis 2031. Kosten: 477 Millionen Euro.

Gerodet werden soll eine Waldfläche von 2,7 Hektar Größe. Die Rodung wurde um ein Jahr auf Herbst und Winter 2022/2023 verschoben.

Der Wald ist noch im Besitz der Stadt Frankfurt. Die Autobahn GmbH des Bundes muss eine sogenannte Besitzeinweisung beantragen. Rechtlich steht ihr das laut Planfeststellungsbeschluss zu. fle

„Wir hoffen darauf, dass die neue Bundesregierung eine andere Meinung zum Autobahnausbau hat als die alte“, sagte Friedhelm Ardelt-Theeck vom Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn.

Der BUND habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, wonach der Bundesverkehrswegeplan 2030 verfassungswidrig sei, sagte Dirk Friedrichs von Attac Frankfurt. „Die neue Bundesregierung muss überprüfen, ob der Autobahnausbau verfassungskonform ist.“

Auf dem Weg durch den Stadtteil Riederwald hielten Menschen Plakate mit Aufschriften „1,5 Grad Celsius heißt keine neuen Autobahnen“ und „Wir haben die Erde nur geliehen“ in die Höhe. Aus einem Lautsprecher schallte der Song „Ich hasse Autos“.

Für den Autobahnausbau sei schon zu viel Wald vernichtet worden, rügte die Frankfurterin Yvonne, die beim Protestmarsch mitlief. Das Geld für den Autobahnausbau sollte in den öffentlichen Nahverkehr und in Radwege investiert werden, sagte sie.

Inge Wendel von der Bürgerinitiative Riederwald beklagte, dass die Straße Am Erlenbruch durch den Autobahnausbau näher an die Häuser heranrücke, dass Bäume und Parkplätze am Erlenbruch wegfielen, dass die Anwohnerinnen und Anwohner auf eine bis zu zehn Meter hohe Lärmschutzwand blicken würden. Eine verkehrliche Entlastung des Riederwalds durch die Autobahn erwartet sie nicht. Es komme sehr viel mehr Verkehr hinzu, der an den Tunnelausgängen für Schadstoffe und Lärm sorgen werde.

Die etwa zwölf Aktivistinnen und Aktivisten, die den Fechenheimer Wald besetzt halten, riefen dazu auf, es ihnen gleich zu tun. Der Baucontainer sei rund um die Uhr besetzt. Interessierte könnten sich unter der Rufnummer 0151 / 574 532 03 informieren. Angeboten würden Workshops über Klettern, Physiotherapie, Knoten machen und Achtsamkeit im Umgang mit dem Wald. „Wir versuchen hier, hierarchiefrei und utopisch zu leben“, sagte ein Aktivist mit dem Decknamen Siebenschläfer. Jeden Sonntag um 14 Uhr gebe es einen Waldspaziergang.

Bir cevap yazın