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Flüchtlinge auf dem Tempelhofer Feld: Dauerhafte Übergangslösung

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Flüchtlinge auf dem Tempelhofer Feld: Dauerhafte Übergangslösung

Flüchtlinge auf dem Tempelhofer Feld: Dauerhafte Übergangslösung

In die Container ziehen wieder Flüchtlinge ein. Das ist auch ein Signal, dass Berlin sich verstärkt um Wohnungen kümmern muss. Ein Wochenkommentar.

Container stehen neben einem Zaun, dahinter das Flughafengebäude von Tempelhof

Das Containerdorf auf dem Flugfeld Tempelhof Foto: dpa

Eigentlich sollten die Container auf dem Tempelhofer Feld längst abgebaut sein. Der Senat hatte zugesichert, das Containerdorf längstens zwei Jahre als Unterkunft für Geflüchtete zu nutzen – von Ende 2017 bis Ende 2019. Doch seit Mittwoch ziehen wieder Menschen in die Container ein. Und das ist auch erst mal gut so. Denn die Not ist groß: Wohnraum und Unterkünfte sind knapp. Und die Container sind ja nun mal da.

Dass auf dem Tempelhofer Feld das größte Containerdorf der Stadt entstand, war damals eine höchst umstrittene Entscheidung. Ver­tre­te­r*in­nen des Senats wehrten sich gegen Vorwürfe, dies sei ein Verstoß gegen das Tempelhofer Feld-Gesetz, das jede Bebauung und dauerhafte Veränderung verbietet. Die Initiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“ wiederum musste sich gegen den Verdacht verteidigen, sie hätte etwas dagegen, dass Flüchtlinge so zentral leben. Der Kompromiss: Die Container müssen Ende 2019 wieder weg.

Noch Anfang 2020 hieß es seitens des Landes, dass die Container tatsächlich bald abgebaut werden. Doch dann kam Corona, und wohl auch vor dem Hintergrund einer möglichen Evakuierung des griechischen Flüchtlingslagers Moria blieben die Container erst mal stehen – als Reserve, falls der damalige CSU-Bundesinnenminister Horst Seehofer es dem Land doch noch erlauben sollte, Geflüchtete aufzunehmen.

Dazu kam es bekanntlich nicht. Das Dorf war allerdings auch lange unbewohnbar, weil das Leitungswasser verschmutzt war. Diese Mängel sollen laut Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten inzwischen behoben sein. Wobei es etwas stutzig macht, dass – obwohl die Wasserqualität wieder gesichert sein soll – trotzdem keine Kinder und keine Schwangeren in dem Containerdorf wohnen dürfen.

Zu wenig MUFs gebaut

Die Tatsache, dass es das Containerdorf auf dem Feld immer noch gibt, lässt sich auch als ein Scheitern des Senats lesen: an der Aufgabe, genug adäquaten Wohnraum für Schutzsuchende zu schaffen. Derzeit macht der Senat auch andere bereits leer gezogene Containerunterkünfte wieder bezugsfertig, weil die Plätze wieder gebraucht werden. Die Idee, in jedem Bezirk modulare Unterkünfte für Geflüchtete (MUFs) zu errichten, ging jedenfalls bisher nicht auf.

Denn nicht einmal die Hälfte der 2018 geplanten MUFs ist bisher tatsächlich gebaut: 53 sollten es insgesamt werden, erst 23 sind fertig. Deren Standorte sind außerdem sehr ungleich verteilt: Während etwa im Bezirk Marzahn-Hellersdorf die ersten und gleich mehrere entstanden, waren andere Bezirke extrem zögerlich darin, überhaupt geeignete Flächen auszuweisen. Teils protestierten auch Bürgerinitiativen gegen MUFs, weil sie die Flüchtlinge nicht in der Nähe ihrer Wohnviertel haben wollten oder dagegen waren, dass für den Bau Bäume gefällt oder Grünflächen verkleinert werden sollten.

Und so ist das Containerdorf mitten im Zentrum – in unmittelbarer Nähe zu Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof – auch eine Erinnerung daran, dass Berlin weiterhin Zuflucht bietet, dass Geflüchtete und neu in Berlin Angekommene hier einen Platz brauchen und auch bekommen sollen. In Containern leben zu müssen ist nicht ideal. Aber es ist erst mal zumindest ein Dach über dem Kopf.

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