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Erfolgsgeschichte des Haus des Jugendrechts, Teil 4

Etwas überraschend hat das Haus des Jugendrechts Ost bereits die Arbeit aufgenommen.

Vor einem halben Jahr öffnete das Haus des Jugendrechts in Sachsenhausen. Seitdem sind dort rund 1000 jugendliche Straftäter:innen durchgegangen. Gestern wurde das Haus von Ministerin Eva Kühne-Hörmann (Justiz) und Minister Michael Boddenberg (Finanzen) besucht.

Das Haus liegt in der Aschaffenburger Straße, einer kleinen Sackgasse in Sachsenhausen. Verschiedene Institutionen sind in dem Gebäude zusammengefasst: Im zweiten Stock die Jugendgerichtshilfe, eine von der Stadt Frankfurt finanzierte Institution, im dritten und vierten Stock die Polizei und im fünften Stock die Staatsanwaltschaft. Die Wände in den Fluren sind noch weiß, es hängen kaum Bilder. Vieles wirkt, als wären die Polizist:innen, Jugendhelfer:innen und Staatsanwält:innen gerade erst eingezogen. Zweck der Häuser des Jugendrechts – das in Sachsenhausen ist das dritte in Frankfurt: Möglichst wenig Zeit soll zwischen der Straftat und der Strafe vergehen, indem die beteiligten Institutionen gut und schnell zusammenarbeiten. Bis zur Anklageerhebung vergehen oft weniger als zwei Monate, halb so lange wie bei „normalen“ Jugendgerichten.

Und genau genommen gibt es bereits vier Häuser des Jugendrechts. Wie Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) erklärte, wurde das Personal in Sachsenhausen zum 1. Januar aufgestockt, ein Haus des Jugendrechts im Osten der Stadt also zumindest potenziell geschaffen. Es sei an Finanzminister Boddenberg (CDU), eine geeignete Immobilie zu finden.

Dieser versicherte, sich darum zu bemühen. „Personell ist es kein Problem, da wir Stellen bei der Polizei und der Justiz geschaffen haben“, sagte er.

Insgesamt arbeiten in den nunmehr vier Häusern des Jugendrechts 50 Polizist:innen, wie Polizeipräsident Gerhard Bereswill errechnete. „Davon 14 im Haus des Jugendrechts Süd und 13 im Haus Ost.“ Hinzu kommen sieben Staatsanwält:innen, drei für den Süden, vier für den Osten, und acht Jugendgerichtshelfer:innen, vier für jeden der beiden Gerichtsbezirke. Die Letztgenannten werden, anders als Polizei und Staatsanwaltschaft, von der Stadt bezahlt. „Mindestens ebenso wichtig“ wie schnelle Strafe, sagte Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne), „sind Unterstützungsangebote, namentlich der Jugendhilfe.“

Es geht voran im Jugendrecht. „Seit die ersten Häuser vor zehn Jahren eröffnet wurden“, sagte Polizeipräsident Bereswill, „sind die Zahlen der Straftaten von Jugendlichen um rund zehn Prozent zurückgegangen.“ Das, obwohl die Stadt in diesen zehn Jahren gewachsen ist und inzwischen rund 20 Prozent mehr Jugendliche in Frankfurt leben als 2012.

Das erste Haus des Jugendrechts wurde in Höchst eröffnet. Es ist für den Frankfurter Westen zuständig. Im Norden gibt es ein Haus des Jugendrechts im Mertonviertel. Das dritte, in Sachsenhausen, ist außer für alle Stadtteile südlich des Mains auch zuständig für Gallus und Bahnhofsviertel. „Dort gibt es wegen der Drogenszene viele Straftaten“, sagt Catarina Marzolo. Sie leitet die staatsanwaltschaftliche Abteilung im Haus. Ihren Aussagen zufolge spielt der Täter-Opfer-Ausgleich in den Verfahren eine wichtige Rolle.

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