Goncalo Paciencia jubelt über das 2:2.

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Eintracht Frankfurt vergibt den ersten von zwei Matchbällen


  • Ingo Durstewitz

    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein

    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt kommt gegen Antwerpen zu einem 2:2 und macht den Gruppensieg in der Europa League noch nicht fix.

Frankfurt – Eintracht Frankfurt hat es vor 30 000 Zuschauenden im ersten Anlauf nicht geschafft, sich vorzeitig den Sieg in der Gruppe D zu sichern und damit den direkten Einzug ins Achtelfinale, das im März über die Bühne geht. Die Entscheidung ist nach dem 2:2 (1:1) gegen Royal Antwerpen im eiskalten Stadtwald vorerst vertagt worden. Die Hessen fanden lange nicht die Mittel gegen die widerborstigen Belgier, die ihre kleine Chance auf das Überwintern auf europäischer Bühne beim Schopfe packen wollten. So wird der letzte Spieltag am 9. Dezember Aufschluss darüber geben, wer wo im neuen Jahr spielt.

Die Eintracht muss nun in 14 Tagen in Istanbul gegen Fenerbahce, die zur gleichen Zeit in Piräus 0:1 unterlagen, ihren Matchball nutzen, sicherlich keine leichte Aufgabe. Qualifiziert für die Zwischenrunde im Februar sind die Hessen aber allemal. Allerdings würde ein Gruppensieg zusätzliche 1,1 Millionen Euro in die Kassen spülen. Bisher hat Eintracht Frankfurt in der Europa League knapp sechs Millionen Euro eingenommen. Antwerpen empfängt Olympiakos Piräus am letzten Spieltag. „Wir haben in Piräus und in Antwerpen gewonnen, deswegen bin ich nicht beunruhigt“, sagte Eintracht-Trainer Oliver Glasner kurz nach der hektischen Schlussphase, in der seine Elf „mal wieder eine sehr starke Moral“ gezeigt habe.

Goncalo Paciencia jubelt über das 2:2.

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Goncalo Paciencia jubelt über das 2:2.

Eintracht Frankfurt gegen Royal Antwerpen – SGE will direkt ins Achtelfinale

Vor dem Spiel hatte Glasner noch betont, „den Sack zumachen“ zu wollen, doch die Mannschaft tat ihm den Gefallen nicht. „Dann brauchen wir eben einen Punkt in Istanbul“, so der Coach. Der direkte Einzug ins Achtelfinale wäre für Eintracht Frankfurt auch deswegen so wichtig, weil der Fußballlehrer nach den vielen Englischen Wochen zuletzt im neuen Jahr Zeit für eine intensivere Trainingsarbeit bekommen würde. Die sei erforderlich, um das Team spielerisch weiter zu entwickeln.

Vor dem Spiel hatte der Frankfurter Coach seinen Mannen noch einen klaren Plan mit auf den Weg gegeben: „Wir müssen uns wieder beweisen. Was in Freiburg war, zählt nicht mehr. Müssen mutig mit dem Ball sein und aggressiv agieren.“ Er hatte exakt die gleiche Elf wie im Breisgau nominiert. Und diese Elf begann auch so, wie man nach drei Siegen in Folge beginnen kann.

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Eintracht Frankfrut gegen Royal Antwerpen – „tolle erste Hälfte“

Im Wissen um die eigenen Stärken ließen die Frankfurter die Bälle laufen, sie behielten die Ruhe, überstürzten nichts, kombinierten nach Herzenslust, vielleicht eine Spur zu wenig nach vorne. Aber warum auch nicht: Nach 13 Minuten lagen sie ja schon in Front: Tuta, der Verteidiger, hatte in der belgischen Hälfte den Ball erkämpft, er spielte ihn nach Außen auf den recht agilen Timothy Chandler und dessen sehr präzise, scharfe Hereingabe drückte Daichi Kamada mit ein bisschen Glück ins Tor. Genau so hatten sich das die Gastgeber vorgestellt, ein früher Treffer ist ja immer gut fürs Selbstvertrauen. „Es war eine tolle erste Hälfte“, sagte der Frankfurter Torwart Kevin Trapp, „schöner Fußball.“

Doch dann schlief das Spiel irgendwie ein. Die Eintracht hatte scheinbar alles unter Kontrolle, die Abwehr um den umsichtigen Altmeister Makoto Hasebe agierte aufmerksam, der Gast aus Antwerpen spielte nun auch nicht gerade die Sterne vom Himmel. Und weil auch von der Tribüne immer weniger kam, plätscherte die Begegnung irgendwie so dahin. Große Europapokal-Stimmung wollte lange Zeit nicht richtig aufkommen. Die Eintracht, so hatte es den Eindruck, hatte sich in einem seltsamen Verwaltungsmodus eingerichtet – und sollte bitter bestraft werden.

Eintracht Frankfurt: Ausgleich durch Antwerpen aus heiterem Himmel

Und so fiel das 1:1 aus heiterem Himmel. Eigentlich hätte der Treffer nicht passieren dürfen, denn die Ecke, die zum Ausgleich führte, war keine, ein Belgier hatte den Ball zuletzt berührt. Dessen ungeachtet nahm Radja Nainggolan den Eckball von der Strafraumgrenze volley und knallte ihn in die Maschen, ein sehenswertes Tor, keine Frage. Dass der Schuss von Evan Ndicka noch unglücklich und damit unhaltbar für Kevin Trapp abgefälscht worden war, passte ins Bild. Schon im Bundesligaspiel vor Wochen gegen Hertha Berlin hatte ein ungerechtfertigter Eckstoß zu einem Gegentor geführt.

Immerhin hatte der Ausgleich dazu geführt, dass die Hessen das Heft des Handelns wieder in die Hand nahmen. Sie erhöhten die Schlagzahl,und kamen somit, vor allem dank Kamada, der viele gute Szenen hatte, zu Möglichkeiten. Gerade Jesper Lindström, in Freiburg noch gefeierter Torschütze, hatte die eine oder andere, vertändelte sie aber oder zielte weit am Tor vorbei. Auch Rafael Borré ging ein wenig schludrig mit seinen Chancen um.

Eintracht Frankfurt startet nicht so flott in die zweite Hälfte

Auch im zweiten Abschnitt bekamen die Frankfurter das Spiel lange nicht mehr richtig flott. Klar, die Hessen waren feldüberlegen, sie hatten mehr vom Spiel, aber besonders zwingend war es nicht. Am Auffälligsten war da beinahe schon das Abbrennen von Pyrotechnik im Antwerpener Block nach einer Stunde. Schon in Antwerpen war der belgischen Anhänger damit negativ auffällig geworden, da hatten sie gar einen Böller auf das Feld geworfen, der zwischen den Beinen von Trapp explodierte. Kurz darauf knallte aus dem Frankfurter Block ein Kanonenschlag. Unschöne Szenen in einem immer zäher werdenden Spiel.

Die Frankfurter, die ab der 68. Minute mit Sam Lammers für den unglücklichen Borré spielten, verloren immer mehr den Faden, der ohnehin nicht besonders dicht geknüpft war. Die Eintracht baute mit zunehmender Spielzeit mehr und mehr ab, spielerisch lief kaum noch etwas zusammen. Glück hatten die Hessen sogar, dass der Videoschiedsrichter beim vermeintlichen 1:2 durch Ritchie de Laet eine Abseitsposition gesehen haben wollte. Der Antwerper Kapitän war nach einem Freistoß dem gerade erst eingewechselten Lammers entwischt und hatte Trapp bezwungen.

Auch danach schaffte es die Eintracht nicht, das Spiel in den Griff zu bekommen. Schlimmer noch: Kurz vor Schluss liefen die Gastgeber in einen klassischen Konter: Vorne vertändelten sie in Überzahl den Ball, Antwerpen kam dann durch Ally Samatta zum nicht unverdienten 2:1. Dass Goncalo Paciencia in der Nachspielzeit noch das 2;2 glückte, mir herausragender Kopfballtechnik, änderte nichts: Der Traum vom vorzeitigen Gruppensieg war dahin. (Ingo Durstewitz, Thomas Kilchenstein)

Rubriklistenbild: © dpa

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