Unüberwindbar: Kevin Trapp.

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Eintracht Frankfurt: Kevin Trapp, der Teufelskerl in grün


  • Ingo Durstewitz

    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein

    Thomas Kilchenstein
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Kevin Trapp hält endlich auch die Unhaltbaren und damit den Eintracht-Sieg in München fest.

Natürlich ist auch der letzte der 20 Schüsse aufs Frankfurter Tor nicht reingegangen, wie auch, Kevin Trapp stand ja davor. Leon Goretzka hatte es noch mal versucht, längst verzweifelt, ganz okay der Schuss, halbhoch ins Eck, aber die Pranke des Teufelskerls schnellte nach oben, die Kugel flog zur Ecke. Und dann war die Sensation perfekt: Kevin Trapp hatte die Bayern bezwungen, ganz allein.

Das stimmt selbstverständlich nicht, es war eine unglaubliche Teamleistung, aus der aber der Ballfänger im grünen Dress herausstach. Ein paar Tage nur nachdem der 31 Jahre alte Schlussmann von seiner Ausbootung aus der Nationalmannschaft erfahren hatte, eine Entscheidung, die ihn „natürlich enttäuscht“ zurückließ, hat Kevin Trapp vor den Augen des Bundestrainers Hansi Flick das Spiel und das direkte Duell gegen Manuel Neuer gewonnen. Trapp war besser, Neuer sah beim 1:2 durch Filip Kostic kurz vor Ultimo nicht besonders gut aus. Und diese These sei gewagt: Mit einem anderen Torwart zwischen den Pfosten hätten die Bayern diese Partie nicht verloren.

Dass es speziell auf den Zerberus unter der Latte ankommen würde in diesem ungleichen Duell, war klar gewesen. Neben einer überdurchschnittlichen Leistung brauche man „einen überragenden Torwart“, hatte Eintracht-Trainer Oliver Glasner am Freitag bei der Pressekonferenz gesagt, einen „Supertorwart“, wie Trapp keck ergänzte, „und den habe ich ihm heute gegeben“. Trapp war es, der mit einem Dutzend herausragender Paraden, etwa gegen Leroy Sané oder Robert Lewandowski, die Frankfurter nicht nur im Spiel hielt, sondern die Bayern mehr und mehr entnervte. Was sie auch taten, wohin sie auch schossen oder köpften oder flankten, Kevin Trapp bekam immer irgendwie eine Faust oder einen Fuß dazwischen. Der Mann, in seinem sechsten Jahr bei Eintracht Frankfurt, lieferte eine Weltklasseleistung ab, es gibt nicht sehr viele Spiele, in denen der gebürtige Saarländer besser spielte. Punktum.

Harte Arbeit am Körper

Endlich einmal konnte er zeigen, was immer noch in ihm steckt. Es war zuletzt ja durchaus berechtigte Kritik aufgekommen an seinen Leistungen, zweimal hatte ihn jüngst der VAR vor peinlichen Gegentoren bewahrt, gegen Fenerbahce verschuldete er einen Elfmeter, den er dann abwehrte. Trapp schien zudem von seiner Aura eingebüßt zu haben. Vor allem hielt er kaum sogenannten Unhaltbaren mehr. Und auf dem Niveau, auf dem sich Trapp bewegt, ist das der Anspruch. Er selbst legt ja die Latte gerne hoch, „wer mich kennt, weiß, dass ich sehr ambitioniert bin“. Unlängst meinte er, er habe das Gefühl, „dass ich mit jedem Jahr, mit dem ich älter werde, nochmal fitter und besser werde.“ In der Tat übt der Schlussmann auch dann, wenn die Einheiten mit dem Team vorbei sind, er ist häufig im Fitnessstudio unterwegs, er achtet auf seinen Körper, arbeitet hochprofessionell. Aber besser?

Nun hat er in München ein Zeichen gesetzt, ein sehr vernehmliches. Er war schier unüberwindbar, war unumstößlicher Rückhalt einer aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft, aber ohne die Reflexe und Robinsonaden, die Faustabwehren und abgefangenen Flanken hätte Eintracht Frankfurt niemals dieses Husarenstück nach mehr zwei Jahrzehnten sieglosen Fahrten nach München aufführen können.

„Ein bisschen Glück hat auch dazu gehört“, sagte Trapp später glückstrahlend am Mikrofon. „Es haben nicht viele daran geglaubt, dass wir hier was holen.“ Aber daran glauben müsse man immer, verdeutlichte der Schlussmann, der noch am Donnerstag in Antwerpen ums Haar von einem Böller getroffen wurde, der zum Glück nur zwischen seinen Beinen explodierte.

Und weil Hansi Flick jetzt nach dieser Gala nicht noch mal „anruft und sagt, jetzt darfst du doch kommen,“ kann Trapp die Heimreise richtig genießen. Es gibt Bier, verriet er zum Schluss.

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