Experten plädieren für eine bundesweite 2G-Regelung - nicht nur in der Gastronomie.

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Corona-Pandemie: 2G bald überall? Immer mehr fordern indirekte Impfpflicht


  • Stefan Krieger

    VonStefan Krieger
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Wie geht es weiter im Kurs gegen die Corona-Fallzahlen? Politiker und Wissenschaftler sprechen sich zunehmend für eine bundesweite 2G-Regelung aus.

Berlin – Jeden Tag steigende Fallzahlen, immer größere Notlage in den Intensivstationen der Krankenhäuser. Angesichts der schockierenden Meldungen mehren sich die Rufe nach bundesweiten Einschränkungen für Ungeimpfte. Jetzt plädierten etwa Linksfraktionschef Dietmar Bartsch und die Ärztegewerkschaft Marburger Bund für eine bundesweit geltende 2G-Regelung. Das bedeutet: Zutritt etwa zu Veranstaltungen nur für Geimpfte oder Genesene.

Bartsch sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Es geht um eine Güterabwägung und um die Frage, was ist der größere Grundrechtseingriff: ein erneuter Lockdown mit katastrophalen Folgen, insbesondere für Kinder und Familien, oder ein bundesweit geltendes 2G-Modell.“ Die Corona-Lage sei wieder außer Kontrolle. Bei der Grundfrage der Pandemiebekämpfung dürfe es keinen Flickenteppich und keine falsche Rücksichtnahmen geben.

2G-Kontrollen wegen Corona: Klingbeil mit Warnung an die Gastronomie

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sprach sich zudem für schärfere Kontrollen von Maßnahmen aus. Im Blick hat der Politiker dabei insbesondere die Gastronomie. „Es muss klar sein: Wer sich an das Kontrollieren der 3G- oder 2G-Nachweise als Betreiber nicht hält, der muss die Konsequenzen spüren“, sagte Klingbeil der Rheinischen Post am Mittwoch (10.11.2021).

Experten plädieren für eine bundesweite 2G-Regelung - nicht nur in der Gastronomie.

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Experten plädieren für eine bundesweite 2G-Regelung – nicht nur in der Gastronomie.

Noch weiter in ihren Forderungen zur Eindämmung der Pandemie geht die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. In einer Stellungnahme fordert sie eine Impfpflicht in bestimmten Berufen sowie eine Offenlegung des Impfstatus von Arbeitnehmern in Betrieben. Die Corona-Pandemie habe „mit der vierten Welle wieder stark an Dynamik gewonnen“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Wissenschaftler, über die das Magazin Spiegel am Mittwoch (10.11.2021) vorab berichtet.

Leopoldina fordert Corona-Impfpflicht für verschiedene Berufsgruppen

Die 2G-Regel, wonach nur geimpfte oder genesene Menschen Zutritt zu Veranstaltungen bekommen, solle „eine größere Geltungsreichweite“ erhalten, fordert die Akademie. Gleichzeitig wollen die Wissenschaftler „Impfpflichten für Multiplikatoren“. Dahinter verbergen sich nicht nur Pflegekräfte. Auch Lehrpersonal oder andere Berufsgruppen mit viel Kontakt zu anderen Menschen sollten nach Leopoldina-Auffassung verpflichtend geimpft sein.

Das Corona-Virus werde sich “langfristig als endemisches Virus etablieren, das heißt dauerhaft in Teilen der Bevölkerung zirkulieren”, erwarten die Experten. Auch nach dem Abklingen der Pandemie würden sich Menschen infizieren, was zu schweren Verläufen und Todesfällen führen könnte. Deshalb fordert die Leopoldina die Erforschung und Entwicklung antiviraler Medikamente zur Behandlung einer bereits ausgebrochene Covid-Erkrankung.

Corona-Impfflicht: Es gibt auch Skeptiker

Der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, Andreas Zick, warnte im Redaktionsnetzwerk Deutschland allerdings vor einer Impfpflicht: „Wir können über einen Impfzwang diskutieren. Doch der Preis dafür wird sein, dass bestimmte Gruppen unter den Impfgegnern noch sehr viel aggressiver vorgehen.“ Man habe gehofft, dass die Herdenimmunität einen Ausweg biete und man damit jede Form von Zwangsmaßnahmen umgehen könne. Jetzt werde sich die Lage weiter verschärfen. „Wir rennen immer weiter in ein Dilemma hinein, das dramatisch ist. Mit der vierten Welle geht die nächste Welle der Radikalisierung einher.“

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker schloss ihrerseits eine Pflicht zur Impfung nicht aus. Mit Blick auf den Karnevalsauftakt versicherte sie, die Stadt Köln werde ein möglichst sicheres Feiern am 11.11. ermöglichen. „Uns allen ist aber klar, dass es keine absolute Sicherheit geben kann“, sagte Reker dem Kölner Stadt-Anzeiger (09.11.2021). Wegen der stark gestiegenen Corona-Inzidenz hatte der städtische Krisenstab am Montag eine flächendeckende 2G-Regel für den Sessionsauftakt beschlossen.

Kölner Oberbürgermeisterin sieht 2G als „letzten Schritt vor einer Impfpflicht“

Reker selbst kann sich unabhängig vom 11.11. auch „2G plus“ vorstellen, also eine Regel, nach der Geimpfte und Genesene nur mit negativem Testergebnis Veranstaltungen besuchen dürfen. „Dann müssten aus meiner Sicht die kostenlosen Bürgertests wieder eingeführt werden.“

Die parteilose Oberbürgermeisterin sieht 2G als „letzten Schritt vor einer Impfpflicht“. Eine solche allgemeine Pflicht werde wohl kommen müssen, sollten sich nicht mehr Menschen für eine Impfung entscheiden. „Ich fürchte, dass wenn wir bis Weihnachten keinen richtigen Schub bei der Impfquote haben, werden wir über eine Impfpflicht für alle diskutieren müssen. Es kann ja jetzt nicht auf Dauer so weitergehen mit den Einschränkungen in unserem Leben.“ (skr/kna/dpa)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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