Chinesisches Kampfflugzeug

China macht Taiwan mürbe, Details wollten wir unter der Überschrift China macht Taiwan mürbe für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mitteilen. Details zu unseren News mit dem Titel China macht Taiwan mürbe finden Sie in unserem Artikel..

China macht Taiwan mürbe

  • VonFabian Kretschmer
    schließen

Die jüngste Kampffliegerprovokation ist nur ein kleiner Teil von Pekings aggressiven Plänen.

Entlang der idyllischen Südostküste Chinas lassen sich Relikte eines jahrzehntealten Konflikts entdecken: An einem Gipfel im Landkreis Lianjiang, nur acht Kilometer von den Inselausläufern Taiwans entfernt, steht die Ruine einer Festung mit Schießscharten, Bunker und Funkmast für Propagandasendungen. „Früher hatten wir jeden Tag Angst, dass etwas passieren könnte“, sagt eine Frau, die den Eingang der einstigen Militärbasis bewacht.

Mittlerweile haben sich die Machtverhältnisse drastisch gewandelt: Es ist vor allem China, das militärisch Angst und Schrecken zu verbreiten sucht. Anfang Oktober, als gerade der Nationalfeiertag begangen wurde, schickte die Armee knapp 80 Kampfflieger in Taiwans Luftraum. Nicht nur die schiere Zahl an Jets markiert eine neue Eskalationsstufe, sondern auch, dass zwei Bomber und zwei U-Boot-Abwehrflugzeuge mit dabei waren. „Bedrohlich? Natürlich. Es ist seltsam, dass sich die Volksrepublik nicht mehr die Mühe macht, Vorwände vorzutäuschen“, reagierte Taiwans Außenminister Joseph Wu.

Während Peking selbst nichts offiziell zu der Aktion sagte, schäumten die Staatsmedien vor Patriotismus über: „China verlegt seine Militärparade zum Nationalfeiertag vom Platz des Himmlischen Friedens in die Taiwanstraße. Die Volksbefreiungsarmee hat hervorragende Arbeit geleistet“, schrieb Hu Xijin, Chefredakteur des nationalistischen Blatts „Global Times“, auf seinem Twitter-Account. Und es sei auch nur noch „eine Frage der Zeit, bis Taiwans separatistische Autoritäten fallen werden“.

Allzu bald wird dies allerdings nicht geschehen. Für Fachleute deutet wenig darauf hin, dass Peking den Inselstaat kurzfristig angreifen wird. Denn zum einen ist Taiwan aufgrund der zerklüfteten Beschaffenheit seines Terrains nur sehr schwer einzunehmen, zudem macht das US-Militär keine Anstalten seine Präsenz im Indopazifik zu verringern.

Doch dass Chinas Führung das konkrete Ziel einer „Eingliederung“ Taiwans ins „chinesische Mutterland“ hegt, daran bestehen kaum Zweifel. Die Strategie basiert ganz auf dem Faktor Zeit: Bald wird man die größte Volkswirtschaft der Welt sein, modernisiert kontinuierlich sein Militär und gewinnt also langfristig den Kampf gegen die „abtrünnige Provinz“ Taiwan, ohne einen Schuss abzugeben.

Noch sind dies nur Zukunftsspielereien, doch das immer unverfrorene Säbelrasseln zeigt Chinas wachsendes Selbstbewusstsein. Immer mehr lotet die Volksrepublik die Grenzen des Tolerierbaren aus – wie auch an der Verrohung der Sprache zu sehen ist: Am Donnerstag verlautbarte Pekings „Büro für Taiwan-Angelegenheiten“, der feindliche Minister Wu sei eine „Heuschrecke“, eine „umherschwirrende Fliege“.

Die Gefahr ist, dass es bei den regelmäßigen Provokationen zu einer ungeplanten Fehlkalkulation kommt. Wie nah man am militärischen Ernstfall vorbeigeschrammt ist, legt nun eine Recherche der Hongkonger „South China Morning Post“ nahe: Demnach soll Peking ernsthaft darüber besorgt gewesen sein, dass die Trump-Regierung in den letzten Tagen ihrer Amtszeit versuchen könnte, China so zu provozieren, das ein Krieg ausbricht.

Wie der ausgegangen wäre, wagt niemand sich vorzustellen. Weniger Vorstellungskraft braucht man für Taiwan. Das versucht China schlicht zu zermürben: mit Überflügen Tag und Nacht und mit mindestens 1500 kampfbereiten Jets und fast 500 Bombern. Taiwan besitzt 400 Kampfflugzeuge. Und die Freundschaft der USA. Doch ob die im Ernstfall tatsächlich eingreifen würden, ist keineswegs sicher.

Bir cevap yazın