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CDU-Vorsitz: Merz und Braun fürchten überforderte Partei-Senioren – Röttgen hat offenbar anderes Kalkül


  • Florian Naumann

    VonFlorian Naumann
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Bald wählt die CDU einen neuen Chef. Doch erst jetzt fällt ein Problem für die Partei-Senioren auf. Merz und Braun wollen handeln. Röttgen eher nicht.

Berlin – In dieser Woche wird es ernst. Nicht nur für die Ampel, die ihren Koalitionsvertrag vorstellen möchte*. Sondern auch für die CDU*. Die kommende Oppositionsführerin im Bundestag sucht einen neuen Parteichef. Am Montag starten die Vorstellungsrunden der drei Kandidaten. Und auch neuen Streit gibt es: Mit etwas Verzögerung sind Teilen der Christdemokraten Schwierigkeiten am Wahlprozedere aufgefallen. Zwei Vorsitzanwärter wollen noch handeln. Der dritte nicht. Womöglich mit einem gewissen strategischen Kalkül.

CDU: Friedrich Merz und Helge Braun bangen um Senioren-Wähler – Partei fällt Problem spät auf

Friedrich Merz* und Helge Braun sind es, die, nach Informationen von Bild, die Briefwahl-Pläne zur CDU-Vorsitzendenwahl noch einmal neu justieren wollen. Die Sorge lautet, das Vorgehen sei für die Älteren in der CDU zu kompliziert. Dem Bericht zufolge wollen Merz und Braun nun allen Mitgliedern automatisch Briefwahl-Unterlagen zukommen lassen – es sei denn, diese registrierten sich proaktiv für die Online-Abstimmung. Derzeit müssen die Briefwahl-Unterlagen durch Rücksendung des Wahlbriefes an die Parteizentrale ausdrücklich beantragt werden.

Die beiden möglichen Laschet-Nachfolger gehen davon aus, dass viele ältere CDU-Mitglieder die aktive Beantragung der Briefwahl-Unterlagen nicht verstanden haben könnten – und deshalb gar nicht abstimmen können, hieß es weiter. Diese Befürchtung teilt auch der Chef der Senioren Union, Otto Wulff. „Es wäre aus meiner Sicht zweckmäßiger gewesen, die Stimmzettel zur Wahl des Vorsitzenden unabhängig von einer gesonderten individuellen Registrierung an alle CDU-Mitglieder zu versenden“, sagte der 88-Jährige der Zeitung. „Für die Seniorinnen und Senioren in der CDU wäre dadurch eine Beteiligung sehr viel einfacher geworden.“

CDU-Chef gesucht: Röttgen bremst bei Senioren-Plan – verkündet Ziemiak die Entscheidung?

Gegen eine Änderung des Verfahrens sträubt sich dem Bericht zufolge allerdings der dritte Kandidat, Außenexperte Norbert Röttgen. „Das Verfahren wurde vom Generalsekretär vorgeschlagen und einstimmig im Präsidium und im Bundesvorstand beschlossen“, sagte er der Bild. „Über das Verfahren ist jedes Mitglied schriftlich informiert worden. Für mich ist entscheidend, dass das Verfahren sauber und unanfechtbar ist.“

Der Vorstoß von Seiten Merz und Braun begründet sich dem Bericht zufolge damit, dass Röttgen durch das ursprüngliche Verfahren Vorteile haben könnte, weil er auf jüngere, online-affine Mitglieder setze. Der Ausgang des Streits war zunächst unklar – könnte sich aber schon sehr bald klären: Wulff bat darum, das Verfahren noch einmal zu prüfen und zu vereinfachen. Das könne in den Sitzungen von CDU-Präsidium und -Bundesvorstand am Vormittag geschehen, berichtete die Zeitung weiter.

CDU-Vorsitz: Merz macht den Anfang – Braun hält am Montag Pressekonferenz ab

Auch ansonsten hat die CDU am Montag und in den kommenden Tagen einen vollen Terminplan. Am Abend (18.00 Uhr) überträgt die Partei zunächst eine Live-Kandidatenvorstellung mit Merz – dabei sollen Mitglieder auch Fragen stellen können. Am Mittwoch folgt Ex-Umweltminister Norbert Röttgen und am Donnerstag der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun. Am 1. Dezember stellen sich dann alle drei zusammen den Fragen der CDU-Mitglieder.

Braun, der erst spät in das Rennen einstieg, wird sich am Montagnachmittag (14.30 Uhr) auch in einer selbst organisierten Pressekonferenz Fragen der Presse stellen. Eine Stunde zuvor wird der amtierende Generalsekretär Paul Ziemiak aus den Gremiensitzungen berichten. Womöglich mit Neuigkeiten zum Wahl-Prozedere.

Die CDU lässt nach dem historisch schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl ihren neuen Parteivorsitzenden erstmals durch ihre rund 400.000 Mitglieder bestimmen. Nach dem Votum der Basis soll der Nachfolger von Armin Laschet* formell auf einem Parteitag am 21. und 22. Januar in Hannover gewählt werden. (AFP/fn/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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