Flagge zeigen: Mitglieder der Black Panther marschieren im Juli 1968 durch New York.

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Black Panther Party: „Wir wollen Land, Brot und Freiheit“


  • Valerie Eiseler

    VonValerie Eiseler
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Im Oktober 1966 gründen junge Schwarze die „Black Panther Party“. In einem Programm fassen sie ihre Forderungen zusammen. 55 Jahre später liest es sich – leider – in weiten Teilen wie ein aktuelles Dokument

1 We want freedom. We want power to determine the destiny of our Black and oppressed communities.

2 We want full employment for our people.

3 We want an end to the robbery by the capitalist of our Black and oppressed communities.

4 We want decent housing, fit for the shelter of human beings.

5 We want education for our people that exposes the true nature of this decadent American society. We want education that teaches us our true history and our role in the present-day society.

6 We want completely free health care for all Black and oppressed people.

7 We want an immediate end to police brutality and murder of Black people, other people of color, all oppressed people inside the United States. .

8 We want an immediate end to all wars of aggression.

9 We want freedom for all Black and poor oppressed people now held in U.S. federal, state, county, city and military prisons and jails. We want trials by a jury of peers for all persons charged with so-called crimes under the laws of this country.

10 We want land, bread, housing, education, clothing, justice, peace and people’s community control of modern technology.

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1 Wir fordern Freiheit. Wir fordern die Macht, das Schicksal der Schwarzen und unterdrückten Gemeinschaften selbst zu bestimmen.

2 Wir fordern Vollbeschäftigung für unser Volk.

3 Wir fordern ein Ende der kapitalistischen Plünderung von Schwarzen und unterdrückten Gemeinschaften.

4 Wir fordern anständige, für Menschen angemessene Unterkünfte.

5 Wir fordern Bildung für unser Volk, die die wahre Natur dieser dekadenten amerikanischen Gesellschaft zeigt. Eine Bildung, die uns unsere wahre Geschichte und unsere Rolle in der heutigen Gesellschaft lehrt.

6 Wir fordern eine kostenlose Gesundheitsvorsorge für alle Schwarzen und unterdrückten Menschen.

7 Wir fordern ein sofortiges Ende der Polizeigewalt und der Ermordung von Schwarzen, anderen People of Color und allen unterdrückten Menschen in den Vereinigten Staaten.

8 Wir fordern ein sofortiges Ende aller Angriffskriege.

9 Wir fordern Freiheit für alle Schwarzen und armen unterdrückten Menschen, die jetzt in US-Bundes-, Staats-, Bezirks-, Stadt- und Militär-Gefängnissen festgehalten werden. Wir fordern Verfahren vor einer Jury von Gleichaltrigen für alle Personen, die nach den Gesetzen dieses Landes wegen sogenannter Verbrechen angeklagt sind.

10 Wir fordern Land, Brot, Wohnungen, Bildung, Kleidung, Gerechtigkeit, Frieden und die Kontrolle der Menschen über die moderne Technologie.

Wer waren die „Black Panthers“?

„Ein Panther greift nicht an. Wenn er angegriffen wird, weicht er zunächst zurück. Aber wenn der Angreifer nicht aufhört, schlägt er zurück.“ Mit diesen Worten erklärt Huey P. Newton den Namen der „Black Panther Party“ in einem Fernsehinterview. Gemeinsam mit Bobby Seale gründet er im Oktober 1966 in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien die Organisation, die damals noch den Beinamen „for Self-Defense“ – „für Selbstverteidigung“ – trägt.

Weder Newton noch Seale legen es darauf an, eine nationale Bewegung zu schaffen. Vielmehr geht es darum, sich als Gruppe gegen die extreme Polizeigewalt gegen Schwarze US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner zu stellen. In diesem Sinne beginnen die Black Panthers, gemäß dem damals in Kalifornien geltenden Recht, mit unverdeckten Waffen ausgerüstet zu patrouillieren und die Polizei bei Verhaftungen zu überwachen. Sie funktionieren gewissermaßen als bewaffnete Nachbarschaftswache in den Schwarzen Vierteln.

Von Malcolm X beeinflusst

Politisch sind die Black Panthers vor allem von den Reden des Schwarzen Aktivisten Malcolm X beeinflusst. Aber auch die kommunistischen Lehren von Mao Tse-tung sowie Frantz Fanons antikolonialistisches Buch „Die Verdammten dieser Erde“ werden häufig als ideologische Inspirationen zitiert. Die Ausrichtung der Gruppe ist ein marxistischer, antiimperialistischer Schwarzer Nationalismus. Demnach sind Schwarze US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner im Kapitalismus nie wirklich frei.

Deutlich wird diese Ideologie auch in dem Zehn-Punkte-Programm, mit dem sich die Panthers schon früh auf Forderungen einigen, die auch heute noch umkämpft sind, wie etwa soziale Absicherung, ein Recht auf Wohnen und Gesundheit. Das offene Konzept der Partei ermöglicht es jeder und jedem beizutreten. Doch damit wächst die Organisation schnell in unkontrollierbare Ausmaße und folgt schon bald, trotz der sozialistisch geprägten Grundlage, keiner einzelnen Ideologie mehr.

Ikonen der US-amerikanischen Linken

Bis heute bezeichnen viele ehemalige Mitglieder vor allem das soziale Engagement der Organisation als ihre größte Errungenschaft – wie das Programm zur Versorgung von Schulkindern mit einem kostenlosen Frühstück, das sie 1969 initiieren. Dadurch werden die Panthers in einer Zeit der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen zu Ikonen der US-amerikanischen Linken – und zu Staatsfeinden. Die Polizei ist schonungslos; zwischen 1967 und 1970 werden rund 40 Panther-Mitglieder getötet und viele schwer verletzt. FBI-Chef J. Edgar Hoover nennt die Partei „die größte Bedrohung für die innere Sicherheit des Landes.“ Er gibt die Anweisung, sie zu überwachen, zu unterwandern und zu zermürben. Und dies zeigt Wirkung.

Die Zerschlagung der Führungsspitze, die Spitzel, die Misstrauen und Verrat in die Gruppe tragen, und politische Repression zerreiben die Partei. Es kommt zur Spaltung, ein militärischer Arm bildet sich, 1982 ist die „Black Panther Party“ am Ende. Doch ihr Motiv „Ohne soziale Gleichheit kein sozialer Friede“ hat nichts an Bedeutung verloren.

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