Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister in Bayern und Bundesvorsitzender der Freien Wähler

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Bayern: Aiwanger gegen Corona geimpft: Auch wegen aktueller Klinik-Lage umgedacht – Söder reagiert direkt

  • VonChristian Deutschländer
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Seit Wochen hält die Diskussion um den Impfstatus von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger an. Jetzt hat sich Bayerns Vize impfen lassen.

München – Ein Rumms in Bayerns Landespolitik – oder zumindest ein Pieks. Nach langen Debatten hat sich Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) jetzt impfen lassen. Er bestätigte entsprechende Informationen. „Ich bin mittlerweile gegen Corona geimpft und kann noch im November 2G-Termine wahrnehmen.“ Er habe nun auch angesichts der schwierigen Lage in den Kliniken umgedacht und sei nie ein grundlegender Impfgegner gewesen.

Aiwanger ist der einzige Minister, der bisher gezögert hatte mit der Impfung. Direkte medizinische Gründe hatten bei ihm nicht entgegen gestanden, er war auch nie ein Leugner der Corona-Gefahren, aber der 50-Jährige aus Niederbayern hatte Skepsis gegenüber dem Impfstoff. Zunächst wurde das Zögern hingenommen, später sorgte es für wachsende Unruhe und Spannungen in der bayerischen Staatsregierung. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich, auch auf Journalisten-Nachfragen, wiederholt kritisch zu Aiwangers Impfstatus.

Impf-Zank um Freie-Wähler-Chef beendet? Hubert Aiwanger hat sich impfen lassen

Im Bundestagswahlkampf sprach der FW-Chef offensiv darüber, wollte offenbar um Stimmen von Impfgegnern werben. Dieses Unterfangen scheiterte aber – im Endergebnis lagen die Freien Wähler mit unter 2 Prozent weit unter ihren Erwartungen, zogen nicht in den Bundestag ein. Parteiintern mehrte sich Kritik. Zuletzt äußerte sich sogar der parlamentarische Geschäftsführer der FW-Fraktion im Landtag, Fabian Mehring, genervt und verärgert über Aiwanger*. Er zweifelte die Glaubwürdigkeit seiner Corona-Politik an, so lange er als Minister nicht geimpft sei.

Zudem machte Mehring darauf aufmerksam, dass Aiwanger an vielen Terminen* nicht mehr teilnehmen kann, wenn er nicht geimpft ist – zunehmend wird die 2G-Regelung in Bayern angewendet. Aiwanger wurde somit sogar vom FW-Presseabend und von einer Festrede beim Wirtschaftsbeirat ausgeladen – eher unangenehm für einen Wirtschaftsminister. In der Landespolitik wird Aiwangers Schritt nun mit Respekt aufgenommen. Auch enge Vertraute in der Politik waren vorab nicht informiert. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte unserer Redaktion: „Das ist ein sehr gutes Signal in ernsten Zeiten.“

Die Freien Wähler lobten ihren Chef. „Aiwanger setzt damit ein großartiges Zeichen“, sagte Mehring. Man könne eben nicht für Freiheit und gegen das Impfen sein. Aus der FDP, den Freien in tiefer Rivalität verbunden, kommt ebenfalls Respekt statt Häme. „Ich hoffe, dass nun viele, die bisher noch zögerten, seinem Beispiel folgen“, twittert Landeschef Martin Hagen. „Auf den Intensivstationen liegen ganz überwiegend Ungeimpfte. Impfen schützt.“ Die Grünen-Politikerin Kerstin Celina kritisierte, nun müsse Aiwanger auch öffentlich bekennen, „dass er vorher komplett falsch lag“. Er solle ein Bekenntnis zum Impfen ablegen. (Christian Deutschländer) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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