Angela Merkel entwickelte während der G20-Präsidentschaft den „Pakt mit Afrika“ - ein Treffen Ende August.

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Auf Merkels Nachfolger warten Herausforderungen in Afrika


  • Johannes Dieterich

    VonJohannes Dieterich
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Angela Merkels Haltung in der Flüchtlingskrise brachte ihr Sympathien in Afrika. Doch insgesamt hielt sich ihre Zuwendung zu dem Kontinent in Grenzen.

Wenn ein afrikanischer Kommunist und ehemaliger Bombenleger eine konservative europäische Regierungschefin preist, müssen andere als ideologische Kräfte am Werk sein. Ronnie Kasrils, ehemaliger Sicherheitsminister Südafrikas, gerät ins Schwärmen, wenn er sich an seinen Besuch im Berliner Bundeskanzleramt vor 15 Jahren erinnert: Wie die Hausherrin den Gast vom anderen Ende der Welt und des politischen Spektrums wärmsten willkommen hieß – und wie sich die beiden über die Zeit in der ehemaligen DDR austauschten: sie als Pastorentochter, er als Azubi des Stasi.

Kasrils ist nur einer von zahllosen Menschen in Afrika, die Angela Merkel eine Träne nachweinen: Das hängt vor allem mit ihrer Haltung in der Flüchtlingskrise vor sechs Jahren zusammen: Dass sich Merkel im entscheidenden Moment nicht von politischem Kalkül sondern von humanitären Prinzipien leiten ließ, wird ihr hoch angerechnet.

In Angela Merkels „Pakt für Afrika“ ist der Wurm drin

Doch Merkels Zuwendung zu Afrika hielt sich insgesamt in Grenzen: Während ihrer 16-jährigen Amtszeit brach sie nicht mehr als acht Mal in südlich der Sahara gelegene Staaten auf – nach Russland reiste sie zwanzig, ins französische Nachbarland sogar fast siebzig Mal. Längst hat sich auch Deutschland wieder als Festung gegen afrikanische Migrant:innen erwiesen. Und jüngst trat Merkel sogar als Bollwerk westlicher Pharmakonzerne in Erscheinung, die sich gegen eine Aufweichung ihrer Patentrechte im Zusammenhang mit den zumindest im Süden der Welt äußerst knappen Covid-Impfstoffen sträuben. In Sachen „Impf-Apartheid“ könnte Merkels Nachfolger – vor allem wenn er Olaf Scholz heißen sollte – mühelos punkten.

Auch in Merkels für die G20-Präsidentschaft designtem „Pakt mit Afrika“ steckt eher der Wurm. Zunächst nahmen die deutschen Investitionen auf dem Kontinent um rund 1,5 Milliarden Euro zu – statt 842 deutsche Firmen 2017 waren zwei Jahre später 884 in Afrika aktiv. Doch derzeit droht der bescheidene Fortschritt von der Pandemie wieder vernichtet zu werden: Hinzu kommt, dass mit Äthiopien zumindest einer der auserwählten Schwerpunktländer des „Pakts“ in den Abgrund schlittert. Und in Mali, wo mehr als 1300 Bundeswehrsoldaten an der Bekämpfung extremistischer Islamisten beteiligt sind, bahnt sich eher eine Pleite als ein Mustereinsatz an.

16 zögerliche Jahre unter Angela Merkel sind für Afrika nicht genug

Als ob das alles nicht genug sei, ballen sich am Horizont bereits katastrophale, mit der Klimaerwärmung in Verbindung gebrachte Wolken zusammen: Sie haben die vor Jahren angestimmten Jubelgesänge von „Afrikas Aufstieg“ zum Verstummen gebracht. Wer sich dem hochkomplexen Kontinent zuwende, müsse einen langen Atem haben, warnen Fachleute: Selbst 16 zögerliche Merkel-Jahre seien dafür nicht genug. Auf den Nachfolger warten große Herausforderungen.

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